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PERSONALIEN Max Josef Strauß, Alfred Brush Ford, Lekhasrawanti (Elizabeth Reuther), Fannie Annie, Otto von Habsburg, Edward Kennedy, Alain Bongo

aus DER SPIEGEL 35/1977

Max Josef Strauß, 18, ältester Sohn des CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und Vor-Abiturient, möchte seine Zukunft absichern. Der Jungpolitiker, Vize-Vorsitzender der Jungen Union im Kreisverband München 5, will bei der Wahl seiner künftigen Studienfächer darauf achten, daß ihm der Uni-Abschluß später ermöglicht, einen Beruf zu ergreifen, den er auch in den USA ausüben kann -- »für den Fall, daß meine Heimat von den Russen besetzt wird«. Aber auch über Gegenwärtiges macht sich der Strauß-Sohn Gedanken. Den Bonner Kanzler Schmidt hält er für einen »nationalen Sozialisten«, SPD-Chef Willy Brandt erscheint dem Pennäler »entsetzlich führungsschwach«. Nur Justizminister Vogel kommt etwas besser weg; Max Josef: »Der ist schon sehr geschickt.«

Alfred Brush Ford, 27 (Photo u., r.), Großenkel des Automobil-Königs Henry Ford 1, assistierte bei einer Hochzeit nach Hindu-Art: Ford, seit vier Jahren unter dem Namen Ambarisch Mitglied der Detroiter Hare-Krishna-Sekte, war als Trauzeuge zur Eheschließung seiner Glaubensgefährten Lekhasrawanti (l.) und Bhusaja (M.) geladen. Die Hindu-Hochzeit war für die Auto-Stadt Detroit zugleich ein gesellschaftliches Ereignis -- Lekhasrawanti nämlich heißt eigentlich Elizabeth Reuther und ist die Tochter des ehemaligen Präsidenten der amerikanischen Automobilarbeiter-Gewerkschaft. Auch der äußere Rahmen stimmte: Die Krishna-Kinder feierten in einer Prunkvilla des einstigen General-Motors-Direktors Lawrence Fisher, die die Sekte vor zwei Jahren gekauft hatte -- zum größten Teil mit dem Geld der beiden Auto-Society-Sprößlinge.

Fannie Annie, 24 (Photo), schwergewichtiges Showgirl aus Seattle/USA, macht mit ihren üppigen Rundungen Karriere. Das mollige Mädchen, das bislang als Oben-ohne-Tänzerin in Discos der Industriestadt Aufsehen erregte, erhielt einen Vertrag als Photomodell. Ihre Maße dürften in den Karteikarten der Agenturen einmalig sein: Fannie Annie wiegt bei einer Größe von 1,80 Metern runde 180 Kilo.

Otto von Habsburg, 64, Sohn des letzten österreichischen Kaisers, konservativer Europa-Politiker und -- zusammen mit dem rechten Publizisten William 5. Schlamm -- Herausgeber der »Zeitbühne"« veröffentlichte im August-Heft der Monatsschrift einen Brief »An das Nobel-Friedenspreis-Komitee Oslo«. Auszüge: »Mit Rücksicht auf den bisherigen hohen Standard, den Sie dem Friedens-Nobelpreis gegeben haben -- wie Lester Pearson, Le Duc Tho, Willy Brandt, Kissinger -, scheint mir nunmehr der Augenblick gekommen, einen anderen Großen unserer Zeit gebührend zu ehren: Feldmarschall Idi Amin Dada, Präsident der Republik Uganda, Professor der Rechte, Dr. Dr. Dr. h. c., OBE, KCB, CBE etc.« Als Begründung für seinen Vorschlag führt der Habsburger an, Amin habe »seinen Bischöfen die ewige Ruhe geschenkt« und den westlichen Regierungen erlaubt, »durch verbale Kraftakte gegen ihn ihre Schwäche zu tarnen«, und somit dem »Frieden ihrer Gewissen« gedient. Otto von Habsburg weiter: »Ich bin der Überzeugung, daß sich das Nobel-Friedenspreis-Komitee selbst ehren würde, indem es dieses Symbol afrikanischer Menschlichkeit und Kultur in die Reihe jener beruft, die den Grund gelegt haben, auf dem er nunmehr, ihrer würdig, weiterbaut.«

Edward Kennedy, 45, Senator des US-Bundesstaates Massachusetts, wurde von einem zornigen Einheimischen aus einem Wochenend-Urlaubsort vertrieben. Der Politiker war zusammen mit einigen Mitgliedern des Kennedy-Clans zu der in seinem Bundesstaat gelegenen Insel Cuttyhunk gesegelt und spielte dort mit ein paar Einheimischen Volleyball, als plötzlich der Cuttyhunk-Bewohner Asa Pain Cobb Lombard auf der Szene erschien und den Senator wüst beschimpfte. Grund des Zorns: Lombard hatte einen Teil seines Landbesitzes für das auf Kennedys Initiative eingerichtete Naturschutzgebiet »Cape Cod National Seashore« abgeben müssen und seiner Ansicht nach zuwenig Geld dafür erhalten. Der Kennedy-Troß entzog sich den Tiraden des Grundbesitzers durch schnelle Flucht aufs Boot. Nun wollen die Honoratioren der Insel das gestörte Verhältnis zu ihrem Senator durch ein Entschuldigungsschreiben wieder verbessern.

Alain Bongo, 18, Sohn des gabunischen Staatspräsidenten Omar Bongo und Verwaltungsstudent in Paris, arbeitet während der Sommerferien in seiner afrikanischen Heimat -- als Popsänger. Der Präsidenten-Sohn, der schon früher Papas politische Programme musikalisch unters Volk brachte, heuerte für seine Sechs-Wochen-Tournee durch Westafrika eine 30-Mann-Band und sechs Tontechniker aus den USA an. Zur Premiere sang der Jung-Star gleich vor hohem Publikum: Vater Bongo, zur Zeit Präsident der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), lud den Sohn zum Gipfeltreffen nach Libreville ein.

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