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Parteien Mehr als Beschlüsse

aus DER SPIEGEL 6/1996

Der Berliner PDS-Bundestagsabgeordnete Manfred Müller hat sich den Zorn der Basis zugezogen. Er mußte einräumen, daß er 1993 als Aufsichtsratsmitglied der städtischen Ost-Berliner Wohnungsbaugesellschaft WIP für den Verkauf von rund 60 Mietshäusern gestimmt hatte. Das widerspricht Parteibeschlüssen, wonach die PDS gegen Privatisierungen eintreten soll.

Müller hatte den WIP-Posten 1993 als Landesvorsitzender der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen in Berlin übernommen. Er begründete seine Entscheidung damit, er habe im Aufsichtsrat keine Mieterinteressen vertreten können. »Politik ist eben mehr als Parteitagsbeschlüsse«, hielt er Kritikern entgegen. Auseinandersetzungen mit der Berliner PDS-Basis fürchtet Müller nicht. Als Gewerkschafter sei er es gewohnt, mit dem Vorwurf zu leben, er verrate die Interessen der Arbeiterklasse.

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