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Hauptstadtplanung Mehr Platz für Abgeordnete

aus DER SPIEGEL 6/1996

Bonner Abgeordnete und Bundestagsmitarbeiter wünschen sich ihre künftigen Berliner Büros etwas großzügiger. In der vergangenen Woche billigte die Baukommission des Bundestages eine Änderung der bisherigen Pläne - der neue Alsenblock nördlich des Reichstages, in dem Abgeordneten-Büros geplant sind, soll statt sieben jetzt acht Geschosse erhalten. In aller Stille hatten sich die Fraktionen vergangenes Jahr darauf verständigt, ihren Raumbedarf in Berlin nicht länger am Bestand von 1991, sondern »am Status quo 1995 zu orientieren«.

Auch die Bundestagsverwaltung will für die Bibliothek und das Parlamentsarchiv mehr Platz als bisher, weil der »fortlaufende Aufwuchs der Bestände bis zum Jahr 2000 und darüber hinaus zu berücksichtigen« sei. »Deutlich erhöht«, so ein Vermerk, wurde auch die Restaurantfläche wegen der »zu erwartenden höheren Frequentierung«.

Mit den zusätzlich gewünschten 8000 Quadratmetern verlangt der Bundestag jetzt 133 228 Quadratmeter Hauptnutzfläche in Berlin. Das ist fast genausoviel wie in Bonn - trotz aller Spar-Appelle und der Versprechungen, das Parlament zu verkleinern, sind die Planer gezwungen, Reserveflächen in zwei früheren DDR-Justizgebäuden zu requirieren.

Für den Fall, daß es dann immer noch nicht reicht, hat die Bundestagsverwaltung vorsorglich eine »theoretische Annahme« durchrechnen lassen: Östlich der Spree müßten Plattenbauten mit 160 Wohnungen weichen. Bei einem Abriß der Wohnungen erlaube das Gelände, heißt es in einem internen Bericht, »eine Erweiterung des Alsenblocks Ost um ca. 10 000 Quadratmeter Hauptnutzfläche«.

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