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PHILIPPINEN Milizen außer Kontrolle

aus DER SPIEGEL 51/2009

Ein knappes halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen eskaliert auf Mindanao, der zweitgrößten Insel des südostasiatischen Archipels, die Gewalt. Ende November massakrierte die Privatarmee des Gouverneurs von Maguindanao, Andal Ampatuan, mindestens 57 Menschen, darunter 30 Journalisten, um die Kandidatur eines unliebsamen Konkurrenten zu verhindern. Seitdem herrscht Krieg zwischen der Armee und der Truppe des Großgrundbesitzers. In der vergangenen Woche nun rebellierten Milizionäre im Nordosten der Insel. Als Regierungssoldaten wegen Mordes gesuchte Angehörige einer Privatarmee in der Provinz Agusan del Sur verhaften wollten, brachten Bandenmitglieder zunächst 125 Bewohner der Ortschaft San Martin in ihre Gewalt. Über Waffen verfügen die Aufständischen reichlich: Jahrelang wurden die Milizen der Großgrundbesitzer von der Regierung mit Kriegsgerät ausgerüstet - hauptsächlich für den Kampf gegen kommunistische oder muslimische Rebellen. Manilas Truppen führen inzwischen Krieg an mehreren Fronten: Auf den Islamisteninseln Jolo und Basilan treiben sie seit Monaten eine Offensive gegen Mitglieder der Terrorgruppe Abu Sayyaf voran, die erst in der letzten Woche eine Geisel enthaupteten. Ungelöst ist auch der Konflikt mit der Moro Islamic Liberation Front. Die Muslimguerilla verfügt über einige tausend bewaffnete Kämpfer. Im vergangenen Jahr gerieten Friedensgespräche ins Stocken, immer noch befinden sich allein auf Mindanao rund eine halbe Million Menschen auf der Flucht.

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