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Milovan Djilas

aus DER SPIEGEL 17/1995

kämpfte neben Partisanenführer Tito im Zweiten Weltkrieg gegen die deutschen Besatzer und für ein kommunistisches Jugoslawien. Der Sohn eines königlichen Polizeioffiziers aus Montenegro arbeitete schon in den dreißiger Jahren in der illegalen KP mit Tito zusammen und stieg nach dem Befreiungskampf zu seinem Stellvertreter auf. Wie kein anderer Jugoslawe hat Djilas seine Ideen in das »jugoslawische Modell« eines dritten Weges zum Sozialismus eingebracht: Blockfreiheit, Arbeiterselbstverwaltung und sozialistische Demokratie - Zielvorstellungen, die Partei- und Staatschef Tito zu rigoros waren. 1954 kam es zum Bruch zwischen den beiden Volkshelden. Djilas verlor seine Ämter und zahlte für seine Rebellion gegen die Parteiherrschaft ("Die neue Klasse") mit insgesamt elf Jahren Gefängnis. Vergangenen Donnerstag starb Djilas, 83, in Belgrad. Als seine tödliche Krankheit schon erkennbar war, gab er dem SPIEGEL dieses Interview.

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