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Briefe

Mit allen Konventionen brechen
aus DER SPIEGEL 8/1997

Mit allen Konventionen brechen

(Nr. 6/1997, SPIEGEL-Gespräch mit dem Historiker Reinhart Koselleck über ein zentrales Holocaust-Mahnmal)

Die von Koselleck geäußerten exzellenten Reflexionen sind rational nachvollziehbar. Kriegerdenkmäler verhindern keinen Krieg. Das Gedenken an die Opfer hat seinen legitimen Platz an den verbürgten Opferstätten, das sind KZ, Zuchthäuser, Exekutionsplätze, Menschenvernichtungslager. Das gewünschte Provokationsdenkmal müßte mit allen Trauer-Konventionen brechen. Ich schlage vor, der Ausstellung des Hamburger"Instituts für Sozialforschung« über die Verbrechen der Wehrmacht einen festen Platz in Berlin zu geben.

Bonn Gerhard Zwerenz MdB/PDS

Statt für ein gigantisches Mahnmal sollte das Geld eher in Gedenkstättenfahrten investiert werden. Ich habe aus Erfahrung mit solchen Fahrten der Berliner Jusos gelernt, daß die mitgereisten Schüler sich an den Orten des Schreckens so intensiv mit dem Holocaust auseinandergesetzt haben, wie sie es wahrscheinlich nie wieder tun werden, doch sie werden ihre Erfahrungen an diesen Orten auch nie wieder vergessen.

Berlin Nils Carrara

Es existiert durchaus ein Vorschlag für ein Mahnmal, der an alle von den Faschisten Ermordeten erinnert: Einem Schädel ist nicht mehr anzusehen, welcher Mensch hier »verniemandet« wurde. Leider haben wir diesen Schädelturm erst nach Abschluß des offiziellen Wettbewerbs eingereicht.

Berlin Eckhart Triebel

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