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Hochschulen »Mit Schmerz, mit Trauer, mit Zorn«

aus DER SPIEGEL 47/1971

und einer vehementen Kritik an den Zuständen der Freien Universität hat sich der Historiker Thomas Nipperdey, 44, von dem West-Berliner Wissenschaftssenator Werner Stein verabschiedet; er hat einen Ruf an die Universität München angenommen. Nipperdey (SPD) beklagt in einem Brief an Stein (SPD), daß »revolutionäre und pseudorevolutionäre Indoktrination« im Gange sei, die »organisierte Gleichschaltung« der Hochschule betrieben werde. Während im »roten Elfenbeinturm« der »Kampf gegen die Gesellschaft« geführt werde, verfielen die wissenschaftlichen Leistungen. Die Absichten des neuen Universitätsgesetzes -- es wurde vor zweieinhalb Jahren von der SPD! FDP-Mehrheit im West-Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen -- seien »mißbraucht und pervertiert« worden. Als Vorstandsmitglied der »Notgemeinschaft für eine freie Universität« die den »zunehmenden Einfluß neostalinistischer Gruppen« an der FU kritisiert. plädiert Nipperdey für eine »Reform der Berliner Universitätsreform«, die den Studenten und Assistenten weitgehende Mitbestimmungsrechte bei Stellenbesetzungen und in Etatfragen einräumte. FU-Präsident Rolf Kreibich. ebenfalls SPD-Mitglied, wertet den Weggang des Historikers »nicht als ein besonderes Vorkommnis in der fortschreitenden Reformentwicklung der Freien Universität«.

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