Sea-Watch rettet wieder Geflüchtete – mit neuem Schiff und neuer Strategie

Die wichtigsten Fakten zum neuen Rettungseinsatz
Foto: Mediterranea/Sea Watch/dpa

Dieser Beitrag wurde am 05.10.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Die deutsche Organisation Sea-Watch setzt ihre Einsätze im Mittelmeer fort, um Geflüchtete zu retten. Am Donnerstagabend ist ein neues Schiff mit dem Namen "Mare Junio" ausgelaufen (Tagesschau.de ). Die Organisatoren setzen bei diesem Einsatz aber auf eine andere Taktik als bisher.

1 Was soll dieses Mal anders laufen?

Es gibt zwei wichtige Änderung zu den vergangenen Einsätzen von Sea-Watch:

  1. Das neue Schiff fährt unter italienischer Flagge. Auch die Crew ist italienisch. Die "Mare Junio" sei von Italien aus gestartet und soll vor Libyen im Einsatz sein, so Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen NGO Sea-Watch. 
  2. Die Aktivisten haben ihre Taktik geändert. Das neue Schiff ist mit 37 Metern Länge im Vergleich zum früheren Rettungsschiff "Aquarius" nur halb so groß. Es soll  Menschen nicht mehr direkt aus Seenot retten, sondern zunächst deren Boote sichern. Zudem soll die "Mare Junio" Zeugenberichte sammeln und aufzeigen "wie Frauen, Männer und Kinder enormen Gefahren ausgesetzt sind", weil es keine Rettungsschiffe mehr gebe, hieß es in einer Mitteilung  der Organisatoren.

Das Schiff sei aber für Notfälle gerüstet und auch in der Lage, Menschen zu retten, so Neugebauer.

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2 Warum ändert Sea-Watch seine Taktik?

In den vergangenen Wochen hatten Hilfsorganisationen immer wieder Probleme, europäische Länder zu finden, welche die geretteten Menschen aufnehmen. Die Italienische Regierung lässt derzeit gar keine privaten Rettungsschiffe  mit Geflüchteten in die Häfen des Landes.

Das Ergebnis dieser Politik war beispielsweise die wochenlange Irrfahrt der "Aquarius" im August (bento). Um dies zu verhindern, will die "Mare Junio" die Flüchtlingsboote nun sichern und bis vor die europäische Küste eskortieren. Solange sie keine Geflüchteten an Bord hat, tut sie nichts Verbotenes und kann auch jederzeit wieder einen italienischen Hafen anfahren.

Wir haben mit einem gesprochen:

"Für diese Sache würde ich in den Knast gehen!"

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