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MODERNES LEBEN Mörderische Teddybären

aus DER SPIEGEL 47/1992

Entenhausen liegt hier nicht mehr - und in den Trümmern der guten alten Comicwelt geschehen Dinge, die Donald Duck oder Micky Maus in den Irrsinn getrieben hätten: Harmlose Pandabären werden massakriert. Fischköpfige Killer-Raketen rasen durch die regennassen Nächte. Maschinen haben sprechen gelernt und verweigern den Gehorsam. Und manchmal, in seinen düstersten Momenten, wird der Held, ein Panda-Detektiv, von dem schrecklichen Verdacht gepackt, daß seine Existenz bloß Illusion sei, daß ein paar Spinner das ganze Unheil nur erfunden haben. Die Spinner heißen Ian McDonald (Text) und David Lyttleton (Zeichnungen), ihr Werk haben sie »Das Kling-Klang-Geheimnis« (Carlsen Verlag; 39,80 Mark) genannt; es ist der interessanteste Comic strip seit Monaten: Die Bilder glühen in den Farben des Fiebers und der Unwahrscheinlichkeit, die Formen und Konturen sehen aus, als hätten George Grosz und Otto Dix einen Alptraum gehabt - und die Story ist ein Amoklauf an die Grenzen der Imagination. Wer dieses Album gelesen hat, wird seinem Teddybären künftig jede Schandtat zutrauen.

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