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SPENDEN Mogeln im Taxi

aus DER SPIEGEL 36/2007

Der Fernsehsender Kabel 1 ist nicht so großzügig, wie es für die Zuschauer des »Promi Quiz Taxi« den Anschein haben könnte. In der seit Mai laufenden Sendung, die durchschnittlich 1,7 Millionen Zuschauer anlockt, müssen Stars während einer Taxifahrt Rätselfragen beantworten. Sind sie dabei erfolgreich, können sie im Laufe einer Sendung bis zu 100 000 Euro Spendengelder für einzelne Hilfsprojekte von Stiftungen und Vereinen erspielen - allerdings nur scheinbar. In Wahrheit ist es völlig egal, wie viele Aufgaben die Prominenten richtig lösen: Der Sender spende maximal 10 000 Euro, räumt Programmchef Rolf Hellgardt ein. Den Rest des erspielten Geldes müssen die Hilfsorganisationen aus eigenen Mitteln für das in der Sendung vorgestellte Projekt aufbringen. »Beim Zuschauer entsteht aber natürlich der Eindruck, dass das ganze Geld vom Sender kommt«, bemängelt Harald Grams, Vorsitzender des Vereins Hand in Hand for Children, der ein Afrika-Projekt in der Quiz-Sendung vorstellte. Auf den Deal mit Kabel 1 ließen sich unter anderen noch Unicef und die Organisation »Wünsch Dir was« ein, die schwerkranken Kindern Herzenswünsche erfüllt. Kabel-1-Mann Hellgardt verteidigt die seltsame Praxis damit, dass die Helfer ja schon von der Präsentation im Fernsehen profitierten.

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