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Monika Ganseforth

aus DER SPIEGEL 42/1992

Monika Ganseforth, 51, SPD-Bundestagsabgeordnete, legte mit Erfolg streng feministische Maßstäbe an die Öffentlichkeitsarbeit des Parlaments. In einer Bundestags-Broschüre, die sich mit zehn gängigen Vorurteilen gegenüber Bonner Volksvertretern auseinandersetzt (Titel: »Was Sie von uns denken, ist uns nicht egal"), wurde durchgängig ein »Abgeordneter X aus Y« als Zielscheibe des Bürgerzorns beschrieben. Daß weibliche Abgeordnete in Sachen Volksverdrossenheit unterschlagen wurden, mochte die Sozialdemokratin nicht dulden und forderte eine neue Version. Der Tadel hatte Quoten-Wirkung: In einer Neuauflage der Broschüre werden abwechselnd »der Abgeordnete X aus Y« und »die Abgeordnete A aus B« in Schutz genommen.

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