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MONTAG 26.8.

aus DER SPIEGEL 35/1996

19.25 - 20.55 Uhr ZDF

Spiel des Lebens

Auf den ausgeplünderten Feldern für Serienspielorte ist »Schwarzwaldklinik«-Produzent Wolfgang Rademann auf, Verzeihung, Goldmimen gestoßen: Die neue Serie spielt an einer Schauspielschule und scheint alle Klischees abzuarbeiten, die einem zu dem Thema einfallen: ehrgeizige, aufgeregte Bewerber, affärenreiche Beziehungen unter den Lehrern. Und wenn Ruth Maria Kubitscheck als Herrin der Schule auf Schloß Haindorf wie eine Löwin um die Existenz der Anstalt kämpft, kann der Zuschauer beruhigt ein Guldenburg auf die festgefügte Welt der deutschen TV-Serie trinken: Da brennt nichts an.

22.15 - 23.45 Uhr ZDF

Harry und Sally

Der keuscheste Orgasmus der Filmgeschichte, wenn Sally (Meg Ryan) im Lokal - kein Mann, kein Schwein berührt sie - stöhnt und hinterher friedlich in ihrem Chefsalat weitergabelt. Wo, verdammt, gibt es solches Grünzeug? (USA 1989, Regie: Rob Reiner).

22.50 - 0.10 Uhr Hessen III

Eine Nacht in Casablanca

Weil die Bosse der Filmgesellschaft Warner Brothers 1946 Einspruch gegen den Titel erhoben - »Casablanca« mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman war drei Jahre zuvor ein großer Erfolg gewesen -, entspann sich ein Briefwechsel zwischen Groucho Marx und der Hollywood-Firma, der schließlich mit dem Sieg des Komikertrios Groucho, Harpo und Chico Marx endete: Die Parodie durfte den Namen (siehe oben) behalten. Groucho hielt den auf Titelexklusivität bedachten Winkeladvokaten entgegen, sie hätten sich schließlich ihrerseits den Namen »Brothers« von den Marxens gestohlen. Außerdem könne wohl so leicht niemand Ingrid Bergman mit Harpo verwechseln. Das Briefwortgefecht, so die Welt, erscheint humorvoller als der antiquiert wirkende Film.

0.55 - 2.55 Uhr RTL 2

Endstation Sehnsucht

Marlon Brando als diktatorischer Prolet; Vivien Leigh, die einst so hübsche Scarlett aus »Vom Winde verweht« - eine abgetakelte Hysterikerin, die in den Alkohol flüchtet. Elia Kazans Besetzung für die Tennessee-Williams-Verfilmung (USA 1951) traf offensichtlich den Nerv der Zeit. Die Geschichte vom Schwager, der die Hoffnungen und das Leben der Schwägerin zerstört, um die eigenen Schwächen verbergen zu können, wurde zu einem der größten Triumphe der Kinogeschichte.

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