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MONTAG 5.8.

aus DER SPIEGEL 32/1996

5.00 - 5.30 Uhr ZDF

Dalli Dalli

Und wieder heißt es: »Sie haben die Goldmedaille im Doppel-Dalli-Dalli gewonnen, wie fühlen Sie sich?« Ach, Verzeihung, Olympia ist ja vorbei. Typischer Fall von Postatlantata. Dalli dalli, nichts wie zurück in den bronzenen deutschen Fernsehalltag, in diesem Fall zur Wiederholung des Revivals der legendären Hans-Rosenthal-Spielshow.

5.30 - 9.00 Uhr ARD/ZDF

Morgenmagazin

Wer als TV-Olympionike in die Sendungen schaute, war angenehm überrascht über die unverkrampfte Art, mit der die Moderatoren der Sendungen auftreten. Nur die dauernde Zelebration der Neckischkeiten zwischen den Judiths, Chernos und Maybrits schmeckt morgens wie Müsli statt Brötchen.

16.00 - 17.00 Uhr RTL

Hans Meiser

Thema: »Schwangere Männer«. So selten wie interessante Talkshows.

18.54 - 19.53 Uhr ARD

Gegen den Wind

Im Quotensturmtief am Vorabend funkt die ARD erfolgreich SOS, was in dieser Nordseestrand-Saga Surf Our Souls bedeutet. Die ersten 13 Folgen vom lockeren Leben der Stehsegler - sie werden von heute an wiederholt - erreichten bei den werbewichtigen 14- bis 19jährigen Zuschauern einen Marktanteil von bis zu 22 Prozent. Klar, daß das Erste mit einer neuen Staffel, die von November an gezeigt wird, auf dem Erfolgskurs weitersegelt.

20.15 - 22.30 Uhr ARD

Fußball

Sport ohne Erbarmen: Die ARD bietet an drei Abenden dieser Woche (außerdem noch Dienstag und Donnerstag) - als wäre die Olympiade nicht gerade erst überstanden - Übertragungen von einem Freundschaftsturnier mit Bundesligamannschaften. Heute: Bayern - Gladbach.

20.45 - 22.30 Uhr Arte

Nachtsonne

Die Geschichte eines jungen Aristokraten, der aus Stolz und Verlangen nach Reinheit eine Hofkarriere verschmäht und Eremit wird, stammt von Leo Tolstoi ("Vater Sergej"). Die italienischen Film-Brüder Paolo und Vittorio Taviani, Moralisten, die das Gleichnishafte lieben, übertrugen den Stoff in ihrem Film (1989) ins Königreich Neapel. Nastassja Kinski spielt eine Versucherin, Hauptdarsteller Julian Sands blickt manchmal arg gequält, doch die Tavianis retten ihre unzeitgemäße Gottsucher-Geschichte durch einen bildhaften Legendenstil.

22.15 - 23.40 Uhr ZDF

Das Parfum von Yvonne

Eine handfeste Geschichte wird nicht erzählt. Die Figuren, die sich vom Sommerwind am Genfer See umspielen lassen, haben keine Biographie, nur Geheimnisse. Der Film von Patrice Leconte (Frankreich 1994), eine teils verführerisch leichte, teils angestrengt verquere Kunstanstrengung, hat die Flüchtigkeit von Yvonnes (Sandra Majani) Parfum: Beide hinterlassen nur vage Erinnerungen.

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