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Hausmitteilung Mormonen / Piraten / Springer / Disney

aus DER SPIEGEL 16/2012
Hinckley

Hinckley

Foto: George Frey / Der Spiegel

Wie es einer mit der Religion hält, spielt heutzutage in der politischen Auseinandersetzung in Deutschland normalerweise keine Rolle. Anders in den USA, wo gerade über den Republikaner Mitt Romney, 65, und seinen Glauben diskutiert wird. Romney - voraussichtlich Herausforderer von Präsident Barack Obama, 50 - ist Mormone. SPIEGEL-Redakteur Gerhard Spörl, 62, recherchierte die Geschichte dieser Religion. In Salt Lake City traf er Richard Hinckley, 70, der in den sechziger Jahren im Ruhrgebiet missioniert hatte. Zu Spörls Verblüffung zückte Hinckley triumphierend eine SPIEGEL-Ausgabe von 1994. Unter der Titelzeile »Die Ego-Gesellschaft« hatte der SPIEGEL die Abkehr Deutschlands von der Solidargemeinschaft beschrieben - eine Entwicklung, die Mormonen beklagen (zum Artikel ).

Ist die Frage, ob ich einen Song oder einen Film aus dem Internet kostenlos herunterladen darf, eine politische Frage? Ja, sie ist es geworden, spätestens mit dem Aufstieg der Piratenpartei, welche die Freiheit zum Klick fordert und damit die anderen politischen Parteien herausfordert. Die Download-Debatte ist Teil einer großen Diskussion; die Gretchenfrage an unsere digitale Gesellschaft lautet: Wie hast du's mit dem Internet? Es ist eine Frage nach der Freiheit und ihren Grenzen, der sich der SPIEGEL in dieser Ausgabe dreifach nähert. Autor Dirk Kurbjuweit, 49, warnt in einem Essay vor neuer Barbarei; ein Team von Kollegen beschreibt den Widerstand von Künstlern gegen den laxen Umgang mit geistigem Eigentum; und in einem Streitgespräch zoffen sich der Musiker Jan Delay, 35, und der Berliner Piratenpartei-Abgeordnete Christopher Lauer, 27 (zum Artikel ).

Axel Sven Springer war 19 Jahre alt, als er aus dem Internat entführt wurde - seither ist der Enkel des Verlegers Axel Cäsar Springer (1912 bis 1985) im Umgang mit fremden Menschen vorsichtig. Jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, gab Springer, 46, sein erstes Interview. »Das brennt sich ein, das ist immer da«, so beschrieb er die Folgen des Kidnappings im Gespräch mit den SPIEGEL-Redakteurinnen Susanne Beyer, 42, und Isabell Hülsen, 38. Als er fotografiert wurde, schien es Beyer, »als prüfe Springer seine Umgebung auf versteckte Gefahren«. Gelassen hingegen sprach er über sein Leben und auch den Rechtsstreit mit Friede Springer, 69, der fünften Ehefrau seines Großvaters und mächtigsten Frau im Konzern. Dort wird sich der Enkel mit seinen Aussagen nicht beliebt machen (zum Artikel ).

Der Löwe, den Regisseur Alastair Fothergill, 52, in der kenianischen Masai Mara bei der Jagd filmen wollte, hatte wenig Appetit. Gemächlich umkreiste der Hauptdarsteller der Kinoproduktion »Im Reich der Raubkatzen« den Jeep des Aufnahmeteams und markierte dann sein Territorium, indem er sich an dem Fahrzeug erleichterte. SPIEGEL-Redakteur Martin Wolf, 37, wurde Zeuge der Unwägbarkeiten der Tierfilmerei, als er Fothergill, der als Bester seiner Zunft gilt, bei den Dreharbeiten für zwei Dokumentationen des Disney-Konzerns begleitete: jene über Großkatzen, die diese Woche in deutschen Kinos anläuft, und eine über Schimpansen. Die wiederum waren am Drehort im Urwald in Uganda aktiver, als dem Team lieb war - sie kopulierten. Die Szene wird fürs Kino herausgeschnitten: »Die Zielgruppe sind Familien«, sagt Wolf, »die möchte der Disney-Konzern nicht verstören« (zum Artikel ).

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