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MOSKAU VERTRAULICH

Ein geflohener Sowjet-Diplomat berichtet (II) / Von Arkadij Nikolajewitsch Schewtschenko _(1985 by Arkady Shevchenko. Übersetzung ) _(aus »Bruch mit Moskau« mit Genehmigung ) _(von Alfred A. Knopf Inc. ) *
aus DER SPIEGEL 7/1985

Jeweils im Sommer beginnt Gromyko, sich auf seine alljährliche große Rede zur internationalen Lage vorzubereiten, die er im September vor den Vereinten Nationen hält. Er kramt dann oft in den Erinnerungen an seine Zeit als erster Vertreter der Sowjet-Union im Sicherheitsrat und zitiert gern die Satzung der Vereinten Nationen, die er fast auswendig kennt. Er ist nicht gerade sentimental, aber an die Gründung der Vereinten Nationen denkt er mit einer gewissen Rührung zurück. Im Lauf der Jahre hat sich seine Einstellung zu der Weltorganisation jedoch verändert. Er mochte sich von der Uno einiges für die Lösung internationaler Probleme versprochen haben, aber jetzt hat er nur noch beißende Kritik für sie übrig. Trotzdem findet Gromyko, daß die Uno ein vorzügliches Übungsfeld für junge Diplomaten darstellt.

Da ich mich bereits in der Uno auskannte, trug Gromyko mir auf, die Arbeiten an dem Entwurf zu der Rede zu überwachen. Er sagte, er wolle nicht lange darüber reden und überlasse es mir, die Hauptpunkte festzulegen. Ganz beiläufig riet er mir, die richtigen Leute für die Aufgabe auszuwählen.

Es war mir noch nicht eingebleut worden, wie wichtig es war, jede Äußerung Gromykos sofort und genauestens zu befolgen. Es war noch viel Zeit bis September, um das Team meiner Redenschreiber zusammenzubekommen. Ich wollte in aller Ruhe feststellen, wer am besten dafür geeignet war. Am Anfang der nächsten Woche ging ich wegen einer anderen Angelegenheit zu ihm ins Arbeitszimmer, und er fragte mich, wen ich ausgewählt hätte. Ich sagte, ich würde ihm bald eine Liste vorlegen.

Da explodierte er. Eine halbe Stunde lang schien er mich mit dem ausgestreckten Zeigefinger erdolchen zu wollen, und er beschimpfte mich als einen dummen, unzurechnungsfähigen Esel, dessen Ohren immer noch nicht lang genug seien, um seine Anweisungen mitzubekommen. Ich war so bestürzt über diesen Wutausbruch, daß ich mich fragte, wie ich sein Vertrauen je wiedergewinnen konnte. Doch am nächsten Tag sprach er wieder ganz normal mit mir.

Zu meiner Erleichterung erfuhr ich dann, daß alle, selbst die Stellvertretenden Außenminister, das Flattern überkommt, wenn sie in Gromykos Arbeitszimmer zitiert werden. Er erwartet nicht nur, daß jeder, den er ruft, auf der Stelle erscheint, sondern auch, daß seine beiläufigste Bemerkung als ein dienstlicher Befehl aufgefaßt wird.

Wenn er einen vorlädt, kann das alles bedeuten. Man weiß nie, ob einem ruppig Integrität und Intelligenz abgesprochen _(Vorn Mitte: Uno-Botschafter Jakow Malik, ) _(daneben der sowjetische Botschafter in ) _(Washington, Anatolij Dobrynin. )

werden sollen, oder ob einen die langweilige und mikroskopisch genaue Erörterung eines untergeordneten Problems erwartet, das dem Minister gerade eingefallen ist. Seine gelegentlichen Anfälle guter Laune, die an dürftigen Witzen kenntlich sind, reichen jedenfalls nicht, den von ihm ausgehenden Schrecken zu mildern. Seit langem wird er insgeheim mit dem Spitznamen »Grom« belegt, dem russischen Wort für Donner.

In einem seiner Donnerwetter war Roland Timerbajew das Opfer, ein hochgestellter Beamter der sowjetischen Uno-Botschaft. Er hatte 1962 die undankbare Aufgabe, den Umzug der diplomatischen Vertretung aus dem alten Gebäude an der Park Avenue in die neuen Räume an der 67. Straße zu beaufsichtigen. Als Gromyko das neue Domizil im Herbst besichtigte, blieb er mit dem Aufzug eine halbe Stunde lang zwischen zwei Stockwerken stecken.

Als man ihn endlich befreit hatte, entschied er, Timerbajew eine neue Verwendung zu geben. »Setzt ihn in die Portiersloge«, lautete seine Anweisung. »Da soll er immer darauf achten, ob der Aufzug funktioniert.« Der arme Mann blieb auf diesem Posten, bis Gromyko New York wieder verließ.

Gromyko ist eher aus Ungeduld als aus Rachsucht so ruppig zu seinen Untergebenen. Er ist darin nicht anders als die anderen Sowjetbürokraten, die ihre Leute ducken, um ihre eigene Bedeutung herauszustreichen. Gromyko ruft öfters drei oder vier seiner höchsten Mitarbeiter zusammen, und wenn er schlecht gelaunt ist, kanzelt er sie als Trottel oder Schuljungen ab, die unfähig seien, im Außenministerium zu arbeiten. Bereits ein Bericht mit geringfügigen Fehlern oder ein zu spät vorgelegtes Dokument kann so einen - meistens schnell vorüberziehenden - Wutanfall auslösen.

Gromyko verabscheut Menschen, die ihm »nicht seriös« vorkommen. Wir alle bemühten uns, vollkommen »seriös« zu erscheinen.

Gromykos persönlicher Stab nannte sich das Sekretariat und umfaßte nur acht oder zehn Mitarbeiter. Als er ins Politbüro aufstieg, wurde dieser Stab um einen Militärattache, einen Leibarzt und eine KGB-Leibwache verstärkt. Seiner direkten Aufsicht unterstehen ferner einige mit Spezialaufgaben betraute Sonderbotschafter sowie einige unabhängige Berater außerhalb des Ministersekretariats. Diese Berater sind ebenfalls hochstellte Diplomaten, meistens im Rang eines Botschafters. So besteht kaum ein Unterschied zwischen den Sonderbotschaftern und den unabhängigen Beratern, und ihre Einteilung in zwei Gruppen ist eine der Absonderlichkeiten der Ministerialbürokratie.

Eine weitere kleine, direkt dem Minister untergebene Beratergruppe stellt Informationen zusammen aus den verschlüsselten

Telegrammen der auswärtigen Missionschefs, der »Residenty« von KGB und GRU, _(GRU ist die Hauptverwaltung Erkundung ) _(des Generalstabs. )

aus abgehörten Funksprüchen und dem, was die Medien in der ganzen Welt bieten. Diese Gruppe hält für das Ministerium auch Verbindung zum KGB.

Die allgemeinen politischen Zielvorstellungen sind den Spitzenbeamten des Außenministeriums zwar in Umrissen bekannt, doch gibt es kaum eine politische Langzeitplanung. In den 60er Jahren versuchte das Ministerium diesem Mangel durch die Einsetzung eines besonderen Direktorats für die Planung von außenpolitischen Maßnahmen zu begegnen. Als es gegründet wurde, interessierte Gromyko sich sehr für die Arbeit des Direktorats, aber bald kümmerte er sich nicht mehr darum.

Das Politbüro genehmigte dem Direktorat mehr Mitarbeiter und höhere Gehälter als den anderen Abteilungen des Ministeriums sowie eine besondere Rangordnung, und neben den Karrierebeamten wurden ihm auch mehrere Wissenschaftler überstellt. Doch nach einigen Jahren hatte das Direktorat bereits sein Pulver verschossen.

Seine langatmigen Analysen mit Mehrfachoptionen für die politische Strategie waren nach Gromykos Meinung nicht mehr als »scholastische und unrealistische akademische Fingerübungen«. Gromyko stellte die gelehrten Abhandlungen ins Regal und kehrte zur Führung seines Ministeriums mit Tagesprioritäten und einigen kurzfristigen Zielvorgaben zurück.

Danach entwickelte das Direktorat sich langsam in ein Abstellgleis für Botschafter, die auf einen neuen Auslandsposten warteten, und für Diplomaten, die vor der Pensionierung standen, aber über gute Beziehungen verfügten und nicht mehr für die Arbeit in den Ministerialabteilungen in Frage kamen. Die Beamten des Ministeriums nannten es bald den »Abfalleimer«.

Immerhin gab es einige fähige Leute im Direktorat, und die bat ich, am Entwurf zu Gromykos Eröffnungsansprache vor den Vereinten Nationen mitzuarbeiten. Es entsprach der Tradition - und gehörte zur Propaganda -, daß der höchste Sprecher der Sowjet-Union diese Gelegenheit nutzte, um eine eindrucksvolle Erklärung abzugeben und damit die Friedensliebe der UdSSR zu demonstrieren. Das war zwar eine ziemlich heuchlerische Initiative, erforderte aber den vollen Einsatz aller Abteilungen des Ministeriums. Die Anforderungen waren deshalb so hoch, weil das Ganze einen originellen Kerngedanken haben mußte.

Und doch, als die Arbeitsgruppe schließlich die von Gromyko abgesegnete Fassung der Erklärung zur internationalen Sicherheit fertig hatte, enthielt sie nichts weiter als eine neu zusammengestellte Sammlung der alten abgedroschenen Phrasen, die die Sowjet-Union bereits seit Jahren verbreitete. Da standen nur schönfärberische Propagandafloskeln und kaum brauchbare Denkansätze. Vor allem die Vereinigten Staaten und China wurden ins Visier genommen. Der einzige Unterschied für mich war, daß ich statt der früheren Statistenrolle einen führenden Part in dieser Farce übernommen hatte.

Die Zusammenarbeit mit Gromyko an diesem Entwurf öffnete mir die Augen. Gewiß, ich wußte, daß unsere Regierung alles tat, um die Vereinten Nationen vor den Karren der Sowjet-Union zu spannen, und daß sie sich selten an die Uno-Satzung hielt. Das taten auch andere Mitgliedsländer. Aber jetzt wurde mir vollends klar, daß Gromyko, einer der Gründerväter der Vereinten Nationen, die Ziele und Aufgaben der Weltorganisation mit Nihilismus, Zynismus und Heuchelei betrachtete.

Gromyko behandelte die Uno nur als ein Forum zur Verbreitung von Propaganda und Unwahrheiten. Er ließ sie links liegen, wenn sie etwas tat, was der Sowjet-Union gleichgültig war, und nutzte sie aus, wenn Moskau oder seine Satelliten davon profitierten. Da Gromyko mit der Uno nur etwas im Sinn hatte, wenn es Zeit für seinen alljährlichen Besuch in New York war, konnte man auch von seinen Kollegen im Politbüro kaum eine andere Einstellung erwarten.

Jedenfalls war die Erkenntnis niederschmetternd, daß die sieben Jahre, die ich in unserer Uno-Botschaft gearbeitet hatte, verlorene Zeit waren. Ich kannte zwar die Schwächen und Unzulänglichkeiten der Uno, aber ich hatte mir noch einige Illusionen bewahrt, und es fiel mir jetzt schwer, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Entsprechend kritisch beurteilte ich fortan unser Verhältnis zu den Vereinten Nationen.

Eines Abends im März 1969 war ich in Maliks Arbeitszimmer, als der Funker die letzten Telegramme brachte und Malik eines mit dem Vermerk »Sehr dringend« aushändigte. Darin stand, daß eine Einheit der chinesischen Armee die Damanski-Insel im Ussuri-Fluß an der sowjetisch-chinesischen Grenze besetzt hatte. Malik wurde bleich, als er das Telegramm las. Ich hatte ihn schon oft rasend vor Wut gesehen, aber diesmal übertraf er sich selbst.

»Jetzt müssen wir diesen schlitzäugigen Halunken eine Lektion erteilen, die sie nie vergessen werden,« brüllte er. »Was bilden die sich eigentlich ein? Wir werden diese gelben Hurensöhne umbringen.« Er tobte noch lange in diesem Stil weiter und belegte die Chinesen mit all den Schimpfwörtern, an denen die russische Sprache so reich ist.

Michail Kapiza, ein vorzüglicher Asienkenner und hervorragender China-Experte war der erste, mit dem ich eingehend über China sprechen konnte. Kapiza sollte gerade zum Chef der Ersten Fernostabteilung des Außenministeriums ernannt werden. Er war kompetent und belesen, umgänglich und jovial, aber auch ziemlich unberechenbar.

Er wäre zweifellos in seiner Karriere schneller vorangekommen, wenn es in seiner Personalakte nicht einen dicken schwarzen Strich und auf seiner Stirn nicht eine tiefe Narbe gäbe. Beides zog er sich 1961 als Botschafter in Pakistan zu, weil er ein Techtelmechtel mit der Frau seines Fahrers angefangen hatte, und dieser dahintergekommen war.

Der eifersüchtige Ehemann stürmte das Arbeitszimmer des Botschafters, wo dieser gerade auf der Couch schlief und zog ihm mit einer Brechstange eins über den Schädel. Er hätte Kapiza wohl erschlagen, wenn die Angestellten ihrem Botschafter nicht zu Hilfe gekommen wären. Doch der Zwischenfall wurde bald ad acta gelegt, weil Kapizas China-Erfahrung dringend gebraucht wurde. Er wurde 1982, gleich nach Andropows Amtsantritt als Generalsekretär der Partei, zum Stellvertretenden Außenminister ernannt, weil Andropow die sowjetisch-chinesischen Beziehungen verbessern wollte.

Ich fragte Kapiza, wie es passieren konnte, daß 1969 mehr als dreißig unserer Grenzsoldaten auf der Damanski-Insel getötet wurden und warum sie sich so schlecht verteidigten.

»Die Chinesen haben uns völlig überrascht«, antwortete er. »Das Politbüro wäre - trotz der Spannungen in unserem Verhältnis zu Peking - nie darauf gekommen, daß sie so etwas tun würden.« Jedenfalls wirkte der Damanski-Zwischenfall auf Moskau wie ein Elektroschock. Das Politbüro konnte es einfach nicht fassen, daß die Chinesen ganz offen in das von ihnen beanspruchte sowjetische Territorium einzumarschieren wagten.

Die alptraumartige Vorstellung einer Invasion von Millionen chinesischer Soldaten ließ die Sowjetführer fast durchdrehen,

denn trotz unserer überlegenen Waffentechnik wäre es für die UdSSR nicht leicht gewesen, mit so einem Massenheer fertig zu werden. Ich konnte das Gerücht kaum glauben, die Sowjetführung erwäge den Einsatz von Atomwaffen gegen China. Nichts illustrierte dann für mich besser den schreienden Gegensatz zwischen unseren feierlichen Versprechungen zum Problem der Kernwaffen und unserer Bereitschaft, sie aus so einem geringfügigen Anlaß einzusetzen.

Ein Kollege aus dem Ministerium, der die Sitzung im Politbüro miterlebt hatte, sagte mir, daß Marschall Andrej Gretschko, der damalige Verteidigungsminister, sich aktiv dafür einsetzte, »die chinesische Gefahr ein für allemal zu beseitigen«. Er befürwortete den Einsatz der Multimegatonnen-Wasserstoffbombe, die im Westen als »Blockbuster« (Flächenbombe) bekannt ist, und zwar ohne Vorankündigung. Er würde in Kauf genommen haben, daß diese Bombe nicht nur Millionen Chinesen getötet, sondern auch die Sowjetbürger im Fernen Osten gefährdet und ganze Landstriche radioaktiv verseucht hätte.

Zum Glück teilten die anderen Militärs Gretschkos irrwitzige, kriegslüsterne Haltung nicht. Ich sprach 1970 mit Nikolai Ogarkow, einem tüchtigen und gebildeten hohen Offizier. Er wurde später zum Marschall befördert und zum Ersten Stellvertretenden Verteidigungsminister und Chef des Generalstabes ernannt.

Ogarkow hatte eine realistische Einstellung zur Frage des Krieges mit China. Er meinte, die Sowjet-Union könne China nicht mit Wasserstoff-Flächenbomben eindecken, weil das den Weltkrieg unausweichlich machen würde. Eine Alternative bestand darin, die Chinesen mit einer begrenzten Zahl von Atombomben - einer Art gezieltem »chirurgischen Eingriff« - einzuschüchtern und ihre Kernwaffenfabriken zu zerstören. Doch Ogarkow fand auch das zu riskant. Ein paar Bomben reichten nach seiner Meinung kaum, ein Land wie China in die Knie zu zwingen, und die vielen Millionen in der Guerillakriegsführung erfahrenen Chinesen würden sich erbittert wehren. Die Folge wäre, daß die Sowjets sich in einen endlosen Volkskrieg nach dem glücklosen Vorbild der Amerikaner in Vietnam verstricken würden.

Es wäre allerdings falsch, Ogarkow wegen seiner vernunftgemäßen Haltung in dieser Frage als Taube anzusehen. Er war fest von der Überlegenheit der Sowjet-Union überzeugt und kompromißlos dafür, alles zu tun, um die sowjetische Machtstellung weiter auszubauen. Zudem wurde Ogarkow im September 1984 plötzlich abgesetzt und von Marschall Sergej Achromejew abgelöst, weil er sich dem Vernehmen nach für Rüstungsausgaben einsetzte, die das Politbüro für überzogen hielt.

Die Frage der Bombardierung Chinas blockierte das Politbüro. Die Mitglieder konnten sich mehrere Monate nicht darüber einigen. Gretschko war in seinem Kriegs-Szenario davon ausgegangen, daß die USA, damals den Chinesen noch feindlich gesonnen, die sowjetische Vergeltung gegen China hinnehmen, sich jedenfalls nicht aktiv einmischen würden.

Es wurde beschlossen, Fühler auf allen Ebenen auszustrecken, um den Wahrheitsgehalt dieser Annahme zu prüfen. Das Außenministerium, das KGB und der militärische Geheimdienst GRU erkundigten sich jeder auf seine Weise, wie Washington auf einen nuklearen Erstschlag reagieren würde. Die Sowjetbotschaft in Washington bekam Anweisung, das Thema mehr beiläufig und nur auf mittlerem diplomatischem Niveau zu erörtern.

Botschafter Dobrynin verfaßte anschließend einen Bericht, in dem er nüchtern feststellte, daß die USA bei einem Atomschlag gegen China nicht untätig bleiben würden. Nach seiner Meinung war eine sowjetisch-amerikanische Konfrontation nicht ausgeschlossen.

Da ließ Moskau den Plan fallen. Der wichtigste Grund für das Politbüro, von einem Angriff auf China abzusehen, war natürlich die Gefahr, daß Amerika eingreifen würde. Dies war gleichzeitig eines der ersten Anzeichen dafür, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigten, ihr Verhältnis zu China zu verbessern.

Die Gemüter im Politbüro beruhigten sich, und die mittlere Position Breschnews konnte sich durchsetzen - kein Angriff auf China, aber Stationierung großer, mit Atomwaffen ausgerüsteter Truppenverbände entlang der gesamten Grenze, um die sowjetische Macht zu demonstrieren. Gleichzeitig sollte versucht werden, die territorialen und anderen

Streitfragen mit China auf diplomatischem Wege beizulegen.

Doch der ideologische Zwist und die Feindseligkeit zwischen Sowjets und Chinesen blieben bestehen - die Gegensätze konnten jederzeit wieder offen ausbrechen. Nur einige zynische Witze lockerten das düstere Bild ein wenig auf.

Ein Beispiel: Breschnew ruft Präsident Nixon über den »heißen Draht« an und sagt: »Wie ich höre, besitzen Sie einen neuartigen Super-Computer, der Ereignisse des Jahres 2000 vorhersagen kann.«

»Ja, Herr Generalsekretär«, antwortete Nixon stolz, »wir haben so einen Computer.«

»Mister President, können Sie uns also mitteilen, wer dann die Mitglieder des Politbüros sein werden?«

Eine lange Zeit ist nichts zu hören. »Aha«, ruft Breschnew aus, »Ihr Computer ist damit wohl doch überfordert.«

»Das nicht, Herr Generalsekretär«, sagt Nixon, »er antwortet auf Ihre Frage. Aber ich kann das nicht lesen. Er antwortet auf chinesisch.«

Die Sowjetführung konnte nicht darüber lachen. Das Atomwaffenarsenal der Chinesen wuchs an, und das Schreckgespenst einer chinesisch-amerikanischen Entente verdüsterte den Himmel über dem Kreml.

Als Gromyko im Herbst nach Moskau zurückkehrte, ließ er mich in New York zurück. Ich sollte in der sowjetischen Uno-Delegation dafür sorgen, daß der Resolutionsentwurf zu seinem Vorschlag glatt über die Bühne ging. Er befürchtete, daß Jakow Malik, der Leiter unserer Delegation, alles verpatzen würde, weil er nicht flexibel genug reagierte - besonders wenn ihm irgend etwas zu sehr nach China roch.

Als Gromyko Malik sagte, daß ich für den Resolutionsentwurf verantwortlich sei, nahm dieser das ganz ruhig auf. Aber als Gromyko uns nicht mehr hören konnte, sagte er mir mit einem breiten Grinsen: »Eine unangenehme Aufgabe für Sie, Arkadij. Wenn wir die Vollversammlung nicht dazu bringen, unserem Entwurf zuzustimmen, sind Sie als erster dran.«

Ich konnte Malik nur recht geben. Ich war von meiner Aufgabe nicht nur nicht begeistert - sie ging mir völlig gegen den Strich. Gromyko rief uns beide zu einer letzten Besprechung, um die Taktik festzulegen, mit der wir eine Uno-Mehrheit für sein kompliziertes Machwerk sichern konnten.

Malik ermahnte er, seinen reflexartigen und stets freimütig geäußerten Haß auf China zu dämpfen - es erfordere viel Vorsicht und Selbstkontrolle, unsere Resolution in der Uno nicht scheitern zu lassen. »Vor allem dürfen wir nicht mit dem Finger auf die Chinesen zeigen«, belehrte Gromyko uns in seiner monotonen Art. Um seine wahre Absicht zu verschleiern, hatte er China mit keinem Wort in dem Entwurf erwähnt.

»Außerdem«, so fuhr er fort, »müssen wir Würde zeigen. Es ist nicht gut, daß wir wie räudige Köter kläffen, wenn die nur ein Wort sagen. Das führt nur zu immer mehr Polemik, und am Ende stehen wir wie die Esel da.«

Malik sah aus, als hätte er eine Zitrone verschluckt. Er wagte es nicht, Gromyko zu widersprechen, aber seine Zurückhaltung hielt nicht lange vor.

Kurz nach Gromykos Abflug nach Moskau ließ Malik in der Vollversammlung und danach auch im Sicherheitsrat seine ätzenden Tiraden gegen China vom Stapel. Der chinesische Uno-Vertreter wies sie ruhig zurück, aber das stachelte Malik nur zu neuen Beleidigungen an. Er war nicht imstande, einem anderen Sprecher das letzte Wort zu gönnen.

Maliks Tiraden tauchten in den Schlagzeilen der Weltpresse auf, und Moskau forderte den vollen Text seiner Äußerungen an. Einige Stunden nach Eingang des Redetextes im Außenministerium sandte Gromyko ein Telegramm an Malik, in dem er kein Blatt vor den Mund nahm: »Sie haben präzise Instruktionen, die polemischen Auseinandersetzungen mit den Chinesen nicht noch zu verschärfen«, hieß es darin, und: »Sie werden aufgefordert, sich an diese Instruktionen zu halten.«

Malik dachte nicht daran, daß ich Gromykos Berater war - oder er war so außer sich, daß ihm das schnuppe war - und polterte wutentbrannt los: »Er ist ein Trottel, ein Gummitier. Er weiß nicht, wie man mit den Chinesen umspringen muß. Man muß diese gelben Halunken hart anfassen. Vor allem darf man nie weich werden.«

Doch Gromyko wußte besser als Malik, was die Sowjetführung wollte. Als die Vollversammlung den sowjetischen Entwurf mit geringfügigen Änderungen passieren ließ, beglückwünschte er uns und sagte: »Wir haben unser Ziel erreicht. Wir sind moralisch im Recht, wenn wir Kernwaffen gegen China einsetzen, um einen Angriff der Maoisten auf die Sowjetunion zurückzuschlagen.«

Die Uno-Resolution reichte Moskau jedoch keineswegs. Es war für die Sowjet-Union lebenswichtig, sich der Nichteinmischung Amerikas in einem Krieg zwischen der UdSSR und China zu vergewissern und eine Waffenhilfe der USA für China zu verhindern. Diese beiden zusammenhängenden Fragen waren mehrmals im Politbüro erörtert worden, aber es konnte keine Einigkeit _(Auf dem Gut Sawidowo in der Nähe ) _(Moskaus. )

darüber erzielt werden, wie die Sowjet-Union vorgehen sollte.

Die Sowjetführung hielt es einerseits für unklug, ihre Sorgen über dieses Problem den Amerikanern offiziell und zu deutlich mitzuteilen. Andererseits war es aus ihrer Sicht erforderlich, das Thema überhaupt anzusprechen. Wieder einmal mußte der goldene Mittelweg gefunden werden. So entschloß Breschnew sich, diese dornige Angelegenheit mit Henry Kissinger - in ungewohnter Umgebung und auf ungewohnte Weise - zu erörtern.

Bei der Jagd auf seinem Gut Sawidowo außerhalb Moskaus sagte Breschnew im Mai 1973 zu Kissinger, es müsse irgend etwas gegen Chinas wachsendes Kernwaffenarsenal getan werden, aber er sagte nicht, wie. Er machte dem US-Außenminister klar, daß jede militärische Unterstützung Chinas durch die USA zum Krieg führen werde, schwieg sich aber darüber aus, was für ein Krieg das sein würde und mit wem.

Breschnew hatte allen Anlaß, bei den Amerikanern nicht mit der Tür ins Haus zu fallen, aber es gab noch einen Grund, warum er die sowjetisch-chinesischen Beziehungen nur mit Vorsicht diskutieren konnte. Das Politbüro hoffte nämlich seit langem, daß eines Tages wieder ein normales oder gar freundschaftliches Verhältnis zwischen den beiden kommunistischen Ländern entstehen würde. Solange Mao lebte, konnte jedoch daraus nichts werden, und der Kreml wünschte sich nichts sehnlicher als seinen Tod.

Inzwischen vertiefte sich die Kluft zwischen der Sowjet-Union und China immer mehr, so daß Moskau darauf bedacht sein mußte, seine westliche Flanke in Europa abzusichern. Eines Nachmittags im Spätsommer 1970 rief Gromyko mich mit Kowaljow und Walentin Falin zu sich, um eine Bestandsaufnahme der sowjetischen Europapolitik zu machen. Der Besuch Willy Brandts in Moskau stand kurz bevor. Falin genoß damals großes Ansehen, weil er das deutschsowjetische Verhältnis verbessert hatte, und seine Bemühungen wurden nun von dem Brandt-Besuch gekrönt.

Falin war ein intelligenter Mann, der immer vernünftig und logisch zu Werke ging. Er gab sich ruhig und nachdenklich und war ein ausgesprochenes Arbeitstier. In seiner Jugend hatte er als Dreher in einem großen Werk in Moskau gearbeitet und seine Oberschulbildung in Abendkursen erworben.

Als ich ihn kurz vor 1960 kennenlernte, war ein sehr gebildeter Mann mit fast aristokratischen Manieren aus ihm geworden, und er gehörte zu Gromykos Beraterstab. Gromyko schätzte Falin außerordentlich wegen seiner profunden Deutschland-Kenntnisse.

Die Normalisierung und der Ausbau der Beziehungen mit Bonn waren eine delikate Angelegenheit, vor allem wegen des beständigen Mißtrauens der Sowjetführung gegen die Bundesrepublik und der Furcht vor einem Wiederaufleben des Neonazimus und Revanchismus.

Gromyko wollte sichergehen, daß seine Empfehlungen an das Politbüro zu dem deutsch-sowjetischen Vertrag sich mit den Erfahrungen und Ansichten seiner Berater auf diesem schwierigen Terrain deckten. Zudem waren die Rückwirkungen des Brandt-Besuchs auf einige Aspekte des sowjetischen Verhältnisses zu dem ostdeutschen Partei- und Staatschef Walter Ulbricht zu bedenken.

Für gewöhnlich war Gromyko nicht geneigt, seine eigene Meinung kundzutun, wenn er seinen Mitarbeitern solche Aufträge gab, aber bei dieser Besprechung kam er aus seiner Reserve heraus und äußerte sich freimütig. Wie sehr ihm diese Angelegenheit am Herzen lag, konnte man auch an seinem Benehmen ablesen. Wie immer, wenn er besorgt oder angespannt war, verzog sich sein Gesicht zu Grimassen, so als hätte er nervöse Zuckungen. Dann bildete seine Nase kleine Falten, und die dichten schwarzen Augenbrauen tanzten nervös auf und ab, wie bei Groucho Marx.

»Wir haben keine Hoffnung mehr, noch etwas bei den Chinesen auszurichten und müssen den Vertrag mit der Bundesrepublik sofort unter Dach und Fach bringen«, sagte er. »Brandt säuft zwar wie ein Loch, aber er ist nicht dumm, und ich glaube, er wird uns in dieser Sache entgegenkommen. Das ist dann der Hebel, mit dem wir Europa und Amerika auseinanderbringen werden.«

Er fügte hinzu, daß wir Nixon noch nicht trauen könnten und es fraglich sei, ob man sich überhaupt verständigen werde, obwohl die SALT-Verhandlungen schon begonnen hätten. Alle Teilnehmer an der Besprechung wußten, daß das Politbüro sich über SALT nicht einigen konnte und jede Art von Verhandlungen mit den Amerikanern mit Mißtrauen betrachtete.

Jedenfalls schien es, daß jetzt Bewegung in die Dinge kommen würde. Ich las mehrere Telegramme von Dobrynin aus Washington durch und fand vage Hinweise darauf, daß Nixon das Steuer herumwerfen und einen Durchbruch in den sowjetisch-amerikanischen Beziehungen planen könnte. Im Sommer 1970 wurden diese Hinweise bei uns jedoch mit Skepsis aufgenommen. Breschnew _(1970 nach der Unterzeichnung des ) _(deutsch-sowjetischen Vertrages im Kreml. )

und das Politbüro waren damals mehr an den sowjetischen Chancen in Europa interessiert.

Vorher im selben Jahr hatte Gromyko persönlich mit dem bundesdeutschen Staatssekretär Egon Bahr und mit Außenminister Walter Scheel den deutschsowjetischen Vertrag ausgehandelt. Das war zwar nicht ganz glatt gegangen, aber Gromyko hatte sich einige clevere Kompromißformeln zu strittigen Punkten ausgedacht, und Brandt hatte sie akzeptiert.

Es beeindruckte mich, wie gut unsere Ministerialbeamten über die Vorgänge in Bonn, besonders soweit sie mit den Vertragsverhandlungen zusammenhingen, informiert waren. Diese Einzelheiten konnten nur aus dem Kanzleramt kommen. Ich konnte mehrere Telegramme von dem KGB-Residenten in Bonn einsehen und staunte, wie viele präzise Informationen sie enthielten. Darin wurden keine Namen genannt, der Hinweis auf eine »absolut zuverlässige Quelle« genügte.

Ich fragte Falin, wieso uns solche vertraulichen Informationen zugänglich seien. Er lächelte vielsagend und meinte nur: »Wissen Sie, wir haben ein gutes Nachrichtennetz in Westdeutschland aufgebaut.«

Später erfuhr ich von Wladimir Kasakow, dem Chef der Amerika-Sektion in der Ersten Politischen Hauptverwaltung des KGB, welche ungeheure Bedeutung Westdeutschland für die sowjetische Spionage hat. Er und Dmitrij Jakuschkin, der spätere KGB-Resident in Washington, erklärten mir, die Bundesrepublik sei »unser Tor zum Westen«. Er machte mir klar, wie einfach es für das KGB war, Agenten über Berlin in den Westen zu schmuggeln.

Während Brandt weiter hofiert wurde, muckte Ulbricht auf. Obwohl die Ostdeutschen als gehorsame, leicht zu manipulierende Bundesgenossen galten, war Ulbricht starrköpfig und anspruchsvoll. Er lag uns beständig mit seiner Forderung in den Ohren, den Westdeutschen ja nicht zu viele Zugeständnisse zu machen, und im Mai 1970 rückte er auch noch zu einem Blitzbesuch persönlich in Moskau an.

Danach riefen DDR-Außenminister Otto Winzer und sein Staatssekretär Peter Florin regelmäßig wegen des Brandt-Besuchs und des bevorstehenden Vertragsabschlusses in Gromykos Büro an. Die Anrufe gingen Gromyko zunehmend auf die Nerven, und er wies seinen Gehilfen Makarow an, sie abzuwimmeln. Makarow erzählte ihnen oft, Gromyko sei verreist, und er hielt den Hörer gelangweilt und angewidert von sich, weil er ihr Geschwätz nicht ertragen konnte. Am Ende legte er verärgert auf und brummte: »Diese gottverdammten deutschen Schlachterhunde geben nie auf. Störrische Esel sind das.« Es ärgerte Makarow besonders, daß er ihnen nicht offen seine Meinung sagen konnte.

Nach dem Vertragsabschluß zwischen der Sowjet-Union und der Bundesrepublik wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin ausgehandelt und unterzeichnet.

Brandt hatte darauf bestanden, aber es war einer der vieldeutigsten internationalen Verträge dabei herausgekommen. Die Westmächte und die Sowjet-Union hatten sich nicht einmal auf einen Namen für das Abkommen einigen können.

Die Verhandlungen waren für beide Seiten äußerst schwierig. Sie wurden noch dadurch erschwert, daß die sowjetische Delegation unter der Leitung des Sowjetbotschafters in Ost-Berlin, Pjotr Abrassimow, stand. Abrassimow war hochfahrend und eigensinnig; er hörte selten auf seine Berater und ignorierte oft die Instruktionen seiner Regierung, beging grobe Fehler und flippte manchmal richtig aus, wodurch die ohnehin schwierigen Probleme noch verzwickter wurden. Zur allgemeinen Erleichterung wurde er jedoch mit einigen deutlichen Ermahnungen aus Moskau zur Ordnung gerufen, und das Abkommen konnte 1971 unterzeichnet werden.

Gromyko und andere Sowjetpolitiker betonten immer wieder, daß die Bundesrepublik zwar dem westlichen Bündnis angehöre, ihr geopolitisches Interesse sie jedoch zwingen werde, sich einer neutralen Haltung zu befleißigen oder sich gar mehr der Sowjet-Union als den USA anzunähern. Dieser Auffassung lag die Annahme zugrunde, unsere Propaganda und unser politischer Druck könnten die pazifistischen Strömungen so begünstigen, daß die Furcht vor dem Atomkrieg alle anderen Überlegungen überschatten würde.

Die Sowjetführung wollte Bonn davon überzeugen, daß nur die Sowjet-Union und nicht die USA Westdeutschland von diesem Alpdruck befreien könne. Dieses Leitmotiv sollte von dem Refrain untermalt werden, daß die Sowjet-Union Deutschlands natürlicher Wirtschaftspartner sei. Schließlich sollte mit etwas mehr Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß wiederum Moskau und

nicht Washington den Schlüssel zur heißersehnten deutschen Wiedervereinigung oder zu - mindestens vorläufigen - weiteren Erleichterungen im Verkehr mit Ostdeutschland in der Hand hielt.

Meine Ernennung zum Berater Gromykos brachte mir einen persönlichen Vorteil: Ich gehörte fortan zur »Nomenklatura«, einer Hierarchie, der in der Sowjet-Union die höchsten Würdenträger der Parteigliederungen, der Verwaltung und der Institutionen angehören. Alle Mitglieder dieser Kaste gehören notwendigerweise der Elite an, sie werden von der Partei selbst, auf Anweisung von Politbüro oder Zentralkomitee, oder mit Genehmigung der Partei eingesetzt.

Zu den Privilegien der Elite gehören hohe Gehälter, teure Appartements, Datschas, Dienstwagen mit Chauffeur, Eisenbahn-Sonderwaggons, bevorzugte Behandlung und Abfertigung in Flughäfen, Erholungsorten und Kliniken, bessere Schulen für die Kinder und Ausweise für Geschäfte, in denen man begehrte Konsumartikel und Delikatessen zu günstigen Preisen bekommt. Die Zahl dieser Elitebürger ist indessen nicht klein. Es sind viele Tausende, über die UdSSR verteilt. Sie garantieren den Fortbestand der überkommenen Strukturen in Staat und Gesellschaft. Sie werden niemandem erlauben, diese Gesellschaft, die innen- und außenpolitischen Grundsätze zu verändern, wenn dadurch ihre Privilegien angetastet werden.

Es ist ein bizarrer Widerspruch, daß ausgerechnet diese fossile Elite eine Nation regiert, die alle anderen Völker aufruft, die Stabilität zugunsten der Revolution, die Klassenvorrechte zugunsten der Proletarierherrschaft aufzugeben.

Ich hatte schon von diesem Schlaraffenland gehört, bevor meine Angehörigen und ich zu den Auserwählten gehörten. Noch nach unserem Eintritt in diese Kaste nahmen wir doch mit Staunen zur Kenntnis, welchen Luxus und welches Ansehen wir genießen konnten.

Meine Stellung verschaffte mir direkten Kontakt mit dem Politbüro und den wichtigsten Mitgliedern des Zentralkomitees. Diese beiden Gremien entspringen, wie die Köpfe des zaristischen Doppeladlers, einem gemeinsamen Rumpf - der KPdSU. Beide zusammen bilden das Machtzentrum der Sowjet-Union, aber das Politbüro hat immer das letzte Wort.

Der Kreml ist seit vielen Jahrzehnten der Sitz und das Symbol der kommunistischen Weltmacht. Sogar die Schulkinder überall in der Welt kennen die Bilder von den vielen Palästen hinter der Kremlmauer. Diese roten Backsteinmauern, hinter denen die Sowjetmacht sich verschanzt, charakterisieren gleichzeitig den Regierungsstil der Leute, die hier die Richtlinien der Politik bestimmen. Selbst die bestinformierten westlichen Politiker und Geheimdienste können nur raten, was hinter diesen Mauern vorgeht.

Die Sowjetführung kann ihre politischen Pläne vor allem deshalb so gut verbergen, weil ihre Macht hier in den Händen von vielleicht zwei Dutzend Männern konzentriert ist, die wiederum auf die uneingeschränkte Unterstützung der örtlichen Parteichefs rechnen können. Diese Männer sind keiner demokratischen Kontrolle im westlichen Sinn unterworfen, und sie dulden keinen Widerspruch.

Sie denken immer an Lenins Ermahnung, daß eine gutorganisierte Opposition eine tödliche Gefahr für das Regime darstellen kann. Seine damals - mit nur 240 000 Mitgliedern - kleine Partei hat die Macht mit populären Parolen, hervorragender Organisation und strikter Disziplin an sich gerissen.

In der einzigen freien Wahl, die es je in Rußland gab, stimmten 1917, einen Monat nach der Großen Oktober-Revolution, 75 Prozent der Wähler gegen Lenins Bolschewiken. Darauf löste er Anfang 1918 die demokratisch gewählte Verfassunggebende Versammlung auf.

Ein weiteres wichtiges Element der Kreml-Herrschaft ist absolute Geheimhaltung. Einem verbreiteten Witz zufolge gingen Lenins Bolschewiken Ende des letzten Jahrhunderts in den Untergrund, und sie sind nicht wieder herausgekommen - auch nicht nach ihrer Machtergreifung. Es steckt ein wahrer Kern in diesem Scherz.

Innerhalb des Politbüros gibt es eine Kernmannschaft, die man »das Politbüro im Politbüro« nennt. Ihr gehören vor allem die in Moskau ansässigen Mitglieder an. Die Mitglieder aus den einzelnen Republiken der Sowjet-Union spielen nur eine untergeordnete Rolle und sind an den innen- und außenpolitischen Entscheidungsprozessen kaum beteiligt. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen nehmen die auswärtigen Mitglieder nicht an allen Donnerstagssitzungen des Politbüros teil. Zum anderen gibt es auch ganz kurzfristig anberaumte Sondersitzungen, zu denen sie zu spät eintreffen würden.

Einmal bat ich Wassilij Makarow, mir zu sagen, wo ich die Protokolle der Politbüro-Sitzungen bekommen könne. Er sagte mir, es gebe keine mitgeschriebenen Protokolle. Gelegentlich werden aber doch Teile der Verhandlungen aufgezeichnet, und die Beschlüsse werden selbstverständlich im Wortlaut in den Archiven verwahrt, nachdem sie vorher an die für die Ausführung verantwortlichen _(1984 bei der Wahl Tschernenkos zum ) _(Staatspräsidenten im Obersten Sowjet. )

Funktionäre gesandt worden sind.

Bei denen dürfen die Beschlüsse höchstens dreißig Tage zur Einsicht verbleiben, und dann müssen sie an das Zentralkomitee zurückgegeben werden. Niemand darf einen Beschluß des Politbüros für den eigenen Gebrauch photokopieren. In begründeten Fällen kann man jedoch das Dokument für einige Tage vom Zentralkomitee anfordern.

Dieses schwerfällige Verfahren und der Verzicht auf wörtliche Protokolle machen klar, warum die nicht in der jeweiligen Sitzung anwesenden Mitglieder keine Ahnung von den Hintergründen oder Begleitumständen bestimmter Entscheidungen haben. Zudem verfügt das Politbüro über keinerlei festgelegte Verfahrensregeln. Die Tagesordnung bestimmt der Parteichef im Einklang mit der Tradition.

Die auswärtigen Mitglieder bekommen die Informationen, die den in Moskau Residierenden zugehen, sehr spät oder gar nicht. Die wichtigeren verschlüsselten Telegramme aus dem Ausland können sie zum Beispiel nicht einsehen. Am meisten sind sie dadurch benachteiligt, daß sie nur selten an den informellen Vorgesprächen über wichtige und weitreichende Beschlüsse teilnehmen können. Fast immer finden in Moskau solche für die sowjetische Politik charakteristischen Zwiegespräche und verdeckten Manöver statt.

Daher kennen die abwesenden Mitglieder nur selten den echten Stand der Diskussion oder wissen, wer im Moment die besten Karten in der Hand hält. Wenn sie ihren Platz an dem langen Konferenztisch im Kreml oder im Gebäude des Zentralkomitees, dem Sitz des Politbüros, einnehmen, befinden sie meistens nur über Vorlagen, auf die sich die mächtigsten Mitglieder bereits im voraus geeinigt haben.

Kein auswärtiges Mitglied des Politbüros hat Aussichten, jemals zum Generalsekretär der KPdSU gewählt zu werden. Ich hörte mehr als einmal, wie solche Mitglieder - zum Beispiel Wladimir Schtscherbizki, der ukrainische Parteigewaltige - sich über diese Benachteiligung beklagten.

Der Parteichef - genauer, der Generalsekretär des Zentralkomitees - ist der mächtigste Mann im Sowjetreich. Er wird in geheimer Wahl vom Politbüro aufgestellt und in einer offiziellen Sitzung vom Zentralkomitee bestätigt.

Während 22 von den 67 Jahren des Sowjet-Regimes hat das Fehlen jeder echten Kontrolle über die Nachfolge in der Parteiführung zu der absurden Situation geführt, daß der jeweilige Spitzenmann im Amt blieb, obwohl er entweder todkrank oder teilweise gelähmt oder handlungsunfähig war.

Seit Chruschtschows Zeiten tritt das Politbüro jahraus, jahrein jede Woche zusammen. Wenn der Generalsekretär im Urlaub oder auf Auslandsreise ist, führt einer der höheren Parteisekretäre den Vorsitz. Unter Jurij Andropow wurde das Sitzungsdatum auf Freitag verlegt, aber Konstantin Tschernenko kehrte wieder zur traditionellen Donnerstagssitzung zurück.

Die Tagesordnung einer Politbüro-Sitzung ist gewöhnlich sehr reichhaltig. Sie umfaßt dreißig bis vierzig Punkte und befaßt sich mit den wichtigsten Staatsgeschäften wie mit Nichtigkeiten. Als ich einmal unseren Technischen Sekretär um die Mappe mit den Entwürfen bat, die wir dem Politbüro zur Begutachtung eingerichtet hatten, stellte ich fest, daß mehrere an einem Tag abgegangen waren.

Wenn auch die anderen Ministerien und Regierungsstellen und das KGB solche Mengen an Dokumenten einreichten, war es nach meiner Meinung zweifelhaft, ob das Politbüro sich ernsthaft damit befassen konnte. Doch die wachsende Papierflut hat nicht dazu geführt, daß mehr Verantwortung an nachgeordnete Stellen delegiert wurde. Andropow und Tschernenko taten jedenfalls nichts, um diesen Mißstand zu beheben.

Hinter dieser Abneigung, selbst unbedeutende Angelegenheiten aus der Hand zu geben, steht weniger das Streben nach Perfektion als eine tiefsitzende Angst, daß einer der nachgeordneten Funktionäre oder Werksleiter zu selbständig, Herr im eigenen Hause, ein Machtfaktor außerhalb der Kontrolle durch die Parteiführung werden könnte.

Die führenden Leute haben sehr wohl begriffen, daß die komplizierte moderne Wirtschaft die Steuerung von einer einzigen Zentrale aus schlecht verträgt, doch die noch vorherrschenden veralteten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Vorstellungen verhindern den notwendigen radikalen Umbau der verkalkten Strukturen. Es sind bestenfalls hier und da einige kleine Verbesserungen eingeführt worden.

Das zur Tradition gewordene Aufblähen der Politbüro-Tagesordnung entspringt einem alten Sowjetbürokraten-Prinzip mit dem Namen »Perestrachowka«, was soviel heißt wie »Rückversicherung«, »gegenseitige Protektion«, oder im engeren politischen Sinn, »kollektive Verantwortung«. Es ist das genaue Gegenteil der Verantwortlichkeit des einzelnen und ist zum Hauptprinzip auf allen Partei- und Verwaltungsebenen geworden.

Das Denken der großen und der kleinen Funktionäre wird von dem Bestreben geprägt, sich gegen Maßregelungen von oben abzusichern. Sie waren das Mittel, mit dem selbst mächtige Männer aus dem Amt entfernt werden konnten, und die Mächtigsten haben deshalb am meisten Angst vor einer Maßregelung. Das Ja oder Nein des Politbüros ist dann das endgültige Urteil, denn das Politbüro gilt als unfehlbar.

Die gegenwärtige Sowjetführung muß sich immer noch mit den konträren Hinterlassenschaften von Stalin und Chruschtschow auseinandersetzen. Die Kreml-Gewaltigen meinen, daß sie ihre Macht teilen müssen, wenn sie sie erhalten wollen, und um die Macht ihres obersten Kollektivs zu erhalten, schränken sie die Befugnisse seiner Mitglieder ein.

Wenn einer von ihnen - erfolglos - versucht, den Wandel zu beschleunigen, wie es der ehrgeizige Alexander Schelepin 1975 tat, wird er auf einen bürokratischen Randposten abgedrängt und aus dem Politbüro entfernt.

Und wenn es gilt, sich von einer erfolglosen Wirtschaftspolitik zu distanzieren, ist dafür ein hochrangiger Sündenbock gerade gut genug. Nach den Landwirtschaftskatatrophen Mitte der siebziger Jahre verlor Dmitrij Poljanski seinen Sitz im Politbüro mit Verantwortlichkeit für die Landwirtschaft und wurde als Botschafter nach Japan verbannt.

Seit dem Sturz Chruschtschows im Oktober 1964 sind immer wieder hohe Funktionäre abgesetzt worden, aber es gab keine Massenentlassungen wie 1957, als der Putsch der »Gruppe der Parteifeinde« (Molotow, Malenkow und Kaganowitsch) gegen Chruschtschow scheiterte.

Auf ähnliche Weise wie Schelepin und Poljanski verlor auch der ukrainische Parteichef Pjotr Schelest seinen Posten, weil er sich dagegen aussprach, daß Breschnew 1972 Präsident Nixon zu einem Besuch empfing, und weil er der ukrainischen Nation mehr Freiheit zur Selbstdarstellung ließ, als Moskau tolerieren mochte.

Bezeichnend für die Schwerfälligkeit, mit der die Sowjetführung handelt, war die Absetzung von Nikolai Podgorny im Jahr 1977. Breschnew wollte die von Podgorny ausgeübte Funktion des Staatsoberhaupts für sich haben. Wie unbeliebt Podgorny in der Partei war, zeigte sich bereits 1971, als er von den 4000 zu seiner Bestätigung im Amt aufgerufenen Delegierten 270 Gegenstimmen bekam - für sowjetische Verhältnisse war das viel.

Jedenfalls wurden alle diese Leute einzeln und geräuschlos aus dem Amt entfernt. Bei kollektiver Führung ist der Ausfall eines einzelnen leicht zu verschmerzen. Um sich Streitereien zu ersparen, bestehen die Sowjetführer darauf, daß alle möglichen Anlässe zu Meinungsverschiedenheiten ausgebügelt werden, bevor ein Entwurf dem Politbüro offiziell vorgelegt wird.

Es kommt auch oft vor, daß einige Tagesordnungspunkte vor Sitzungsschluß des Politbüros nicht mehr aufgerufen werden können. Diese Punkte und die eilbedürftigen Angelegenheiten, die zwischen den Sitzungsterminen anfallen und sofort entschieden werden müssen, werden dann durch »Oprosny porjadok«, eine Abstimmung unter den in Moskau ansässigen Mitgliedern entschieden. Die auswärtigen Mitglieder haben dabei meist keine Stimme. Dann bringen die Kuriere des Zentralkomitees die Papiere zu den einzelnen Politbüro-Mitgliedern und warten, bis diese ihre Zustimmung oder ihren Kommentar an den Rand geschrieben haben. Bei dieser schriftlichen Abstimmung genügt die Mehrheit der Moskauer Mitglieder, um die Zustimmung des Kollektivs zum Ausdruck zu bringen. Die auswärtigen Mitglieder werden später nur informiert.

In den Sitzungen des Politbüros gibt es auch manchmal langwierige Debatten um Grundsatzfragen. In meiner Zeit als Gromykos Berater wurden die aus diesen Debatten resultierenden Beschlüsse streng geheimgehalten. Dafür ein Beispiel: Als Willy Brandt sich im August 1970 zum Abschluß des deutsch-sowjetischen Vertrages in Moskau aufhielt, beschloß das Politbüro nach langer Diskussion, daß die Sowjet-Union irgendwelchen Verhandlungen über die deutsche Wiedervereinigung nur zustimmen werde, wenn Westdeutschland vorher

aus der Nato austrete und ein »sozialistischer Staat« im sowjetischen Sinne werde.

Die Doppelgleisigkeit der Außenpolitik des Kreml wurde deutlich, als die Führungsspitze den Plan der Militärs genehmigte, die schwedischen und norwegischen Küstengewässer mit U-Booten auszukundschaften - kurz nachdem der schwedische Premier Olof Palme 1970 Moskau besucht und man ihm versichert hatte, daß die UdSSR mit seinem Land freundschaftlich zusammenarbeiten wolle.

Bei einer Sitzung im Frühjahr 1972 beschloß das Politbüro, die Konvention zur Abschaffung biologischer Waffen zu unterzeichnen. Aber General Alexej Gryslow erzählte mir damals, daß Verteidigungsminister Andrej Gretschko seinen Rüstungsexperten befohlen hatte, die Produktion dieser Waffen nicht einzustellen. Es ist unmöglich, daß das Politbüro keine Kenntnis von diesem Befehl hatte.

Viele Außenstehende, im Westen wie in der Sowjet-Union, meinen, das Politbüro sei ein Ort ständiger Intrigen und dramatischer Konflikte. Doch nach meiner Beobachtung geht es dort viel friedlicher zu. Gewiß gibt es Intrigen, aber um die Ausdehnung persönlicher Machtbereiche - nicht um die politische Linie oder um die langfristigen Zielvorstellungen.

Bei den gelegentlichen Rangeleien um Führungspositionen im Politbüro kommt es vor, daß die Gegner extreme Positionen in politischen Fragen einnehmen, mit denen ihre Anhänger sich identifizieren können. Aber wenn die Machtverteilung geregelt ist, können diese Positionen schnell wieder fallengelassen werden, und alles geht weiter seinen gewohnten Gang.

Die Mitglieder des Politbüros halten sich an zwei Grundvoraussetzungen: Stärkung der Macht der Partei und der Oberklasse und Erhaltung ihrer Stellung als unentbehrliche und unfehlbare Herrscher eines in sich geschlossenen Systems.

Die westlichen Kreml-Astrologen, Politiker und Staatsmänner rätseln oft herum, welche der Sowjetführer als Tauben und welche als Falken einzustufen sind. Sie gehen davon aus, daß es in der obersten Etage der Sowjet-Hierarchie eine Gruppe friedensliebender Männer gibt, die nicht auf Gebietsansprüchen der UdSSR bestehen oder bereit sind, die Untergrundtätigkeit der moskauhörigen kommunistischen Bewegungen überall in der Welt einzuschränken. Wenn der Westen eine Politik im Sinne dieser Gruppe betreibt - so wird behauptet -, kann diese sich im Politbüro besser durchsetzen, und die Sowjet-Union tritt insgesamt weniger aggressiv auf.

Doch die Gegensätze und Rivalitäten können nicht zutreffend durch die Etiketten »Falke«, »Taube«, »radikal« oder »gemäßigt« beschrieben werden. Kein Politiker rückt zur sowjetischen Führungsspitze auf, ohne ein Gespür für die echten Machtverhältnisse zu besitzen oder von der moralischen und faktischen Überlegenheit des kommunistischen Systems überzeugt zu sein.

Im politischen Tagesgeschäft - und sogar in den Grabenkämpfen um persönlichen Einfluß - wird ihre Haltung von einer Mischung aus ideologischen und pragmatischen Motiven bestimmt. Die Mär von den Richtungskämpfen der Falken und Tauben im Kreml wurde von den sowjetischen Propagandastellen noch liebevoll für das leichtgläubige Publikum im Westen ausgemalt.

Es stimmt schon, daß es in der Führungsspitze Leute gibt, die den direkten Einsatz der Sowjetmacht bevorzugen. Zu ihnen gehören die Orthodoxen im Zentralkomitee der Partei und in den Streitkräften. Andere hingegen - Diplomaten und Wirtschaftler - sind mehr für politische Lösungen. Aber diese Unterschiede betreffen nur die Mittel zum Zweck.

Die Sowjetführer sind ausnahmslos aggressiv, ausnahmslos Falken, wo es um die Endziele ihrer Politik geht. Alle, die von Lenin bis Tschernenko an der Macht waren und alle, die ihnen nachfolgen, sind aus demselben Holz geschnitzt.

Im nächsten Heft

Geheimgespräche zwischen Dobrynin und Kissinger - Die Verhandlungen über das Salt-1-Abkommen - Die Sonderrolle des Botschafters Dobrynin _(1981 vor dem Kriegshafen Karlskrona. )

Vorn Mitte: Uno-Botschafter Jakow Malik, daneben der sowjetischeBotschafter in Washington, Anatolij Dobrynin.GRU ist die Hauptverwaltung Erkundung des Generalstabs.Auf dem Gut Sawidowo in der Nähe Moskaus.1970 nach der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Vertrages imKreml.1984 bei der Wahl Tschernenkos zum Staatspräsidenten im OberstenSowjet.1981 vor dem Kriegshafen Karlskrona.

Arkadij Schewtschenko
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