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Moskaus Flirt mit Taiwan

aus DER SPIEGEL 15/1972

Seit dem Nixon-Trip nach Peking umwirbt die Sowjet-Union den greisen Mao-Gegner Tschiang Kai-schek. Der Generalissimus ist seit 22 Jahren Alleinherrscher auf der Insel Taiwan, die im Oktober 1971 ihren Platz in der Uno zugunsten der Volksrepublik China räumen mußte -- mit der Stimme der UdSSR. Die auch in Deutsch erscheinende »Nowoje wremja«, Sprachrohr des sowjetischen Außenministeriums, feierte die fünfte Wiederwahl des 85jährigen, der gleichzeitig Generaldirektor der Regierungspartei Kuomintang ist. in einer Art von Hofbericht: »Am letzten Sitzungstag ... stimmten alle 99 ZK-Mitglieder für den Generalissimus, dann erhoben sie sich von ihren Plätzen und riefen: »Es lebe der Generaldirektor!"' Der wiedergewählte Staatspräsident habe den »Beschluß mit Genugtuung« angenommen. Der Sowjet-Bevölkerung blieben die neuen Töne der Kreml-Außenpolitik bislang verborgen -- für den Inlandsgebrauch gilt Tschiang Kai-schek nach wie vor als »Konterrevolutionär«.

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