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Mühsamer Kompromiß

aus DER SPIEGEL 48/1989

Zu einem Kraftakt wächst sich die Verlegung des SPD-Parteitags von Bremen nach Berlin (18. bis 20. Dezember) aus. Neben organisatorischen Problemen machen Eifersüchteleien von Spitzengenossen den Organisatoren das Leben schwer. Nachdem Willy Brandt wegen seines Geburtstages am 18. Dezember in Berlin zunächst gar nicht auftreten wollte, beansprucht der Ehrenvorsitzende nun, als erster Redner vor den Parteitag zu treten. Dagegen erhob der Vorsitzende Hans-Jochen Vogel Einspruch. Schatzmeister Hans-Ulrich Klose versuchte mit dem Vorschlag zu landen, dem stellvertretenden Vorsitzenden Johannes Rau die Begrüßung und der stellvertretenden Vorsitzenden Herta Däubler-Gmelin das Schlußwort zu überlassen. Nach Dutzenden von Telefonaten kam es schließlich zu einem mühsamen Kompromiß. Jetzt soll die Frau im Vorstand die Delegierten begrüßen. Nach Grußworten des Gastgebers Walter Momper und eines Vertreters der DDR-Sozialdemokraten spricht vor der Mittagspause Hans-Jochen Vogel, danach der Ehrenvorsitzende Brandt. Prominent untergebracht wurde auch der Rest des Vorstandes: Johannes Rau spricht beim Kulturabend am ersten Tag und zum Abschluß am Mittwoch. Stellvertreter Oskar Lafontaine eröffnet am Dienstag die Programm-Debatte.

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