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Hören und Sehen MULTIMEDIA - Speicherchaos

aus DER SPIEGEL 12/2001

Speicherkarten sind das Kurzzeitgedächtnis vieler Kleingeräte - digitale Videokameras, Fotoapparate und MP3-Player verwenden allesamt die auswechselbaren Speicherchips. Ein altes Ärgernis: Über ein halbes Dutzend Speicherformate konkurrieren miteinander. Am weitesten verbreitet sind die Systeme SmartMedia, Memory Stick und CompactFlash. Die kleinen SmartMedia-Karten werden in vielen Fuji-Kameras eingesetzt, die Memory Sticks wurden von Sony eingeführt, um Käufern ihrer Geräte den Wechsel aus der »Sony-Welt« zu anderen Herstellern zu erschweren. SmartMedia und CompactFlash sind mit rund 200 Mark für 30 Digitalfotos (64 Megabyte) etwa gleich teuer, der Memory Stick kostet rund 100 Mark mehr. Auf der Cebit stellt Sanyo wieder einmal ein neues Format vor: eine Speicherdiskette namens iD Photo, die der Minidisc ähnelt, aber mehr als fünfmal so viel Speicherplatz bietet (730 Megabyte). Klingt frappierend, doch derlei Alleingänge haben den Nachteil, dass das System oft nur für ein einziges Gerät taugt und ansonsten nutzlos herumliegt. Nichts passt zusammen, viele Kunden sind ratlos. Daraus folgt: Es ist sinnvoll, auf eines der meistverbreiteten Systeme zu setzen; Ein-Firmen-Formate wie Sonys Memory Stick gilt es dabei eher zu meiden - zu Gunsten offener Standards wie CompactFlash II. Die Speicherkarten dieses Systems sind zwar etwas klobiger als andere, aber dafür auch robuster und vor allem zukunftssicherer, weil von der Speicherkapazität her ausbaufähig. Mini-Laufwerke wie das Microdrive von IBM zum Beispiel passen an CompactFlash-II-Slots, sind dabei klein wie ein Streichholzbrief und bieten dennoch ein ganzes Gigabyte Speicherplatz - ausreichend für gut und gern 500 Fotos.

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