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Personalausweis Nachdruck von der Staatssicherheit

aus DER SPIEGEL 21/1996

Der angeblich fälschungssichere Personalausweis, der 1987 in der Bundesrepublik eingeführt wurde, war vor der Staatssicherheit der DDR nicht sicher. Nach Angaben des letzten Leiters der Stasi-Hauptverwaltung Aufklärung, Werner Großmann, hat die DDR bis Ende 1989 Westausweise gedruckt. Dutzende ihrer Agenten seien damit problemlos über die deutsch-deutsche Grenze gereist. Produziert wurden die Falsch-Papiere vom »Operativ-Technischen Sektor« des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Hohenschönhausen auf einer Druckmaschine, die für die Noten-Druckerei der DDR-Staatsbank im Westen eingekauft worden war. Bisher war das Bonner Innenministerium davon ausgegangen, daß die Staatssicherheit die Fälschung nur erfolglos versucht hatte. In einem Schreiben an den SPD-Bundestagsabgeordneten Friedhelm Julius Beucher hatte das Innenressort noch Ende März behauptet, daß die Ergebnisse dieser »Fälschungsversuche« das MfS selbst »nicht befriedigt« hätten. Die Stasi bestellte 1989 über Firmen des DDR-Devisenbeschaffers und Stasi-Obersten Alexander Schalck-Golodkowski für 850 277 Schweizer Franken sogar noch eine bessere Druckmaschine. Der Auslieferung in die DDR kam die Wende zuvor.

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