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Briefe

Nagel auf den Kopf
aus DER SPIEGEL 32/1978

Nagel auf den Kopf

(Nr. 29/1978, SPIEGEL-Gespräch: Mit Franz Josef Strauß über Afrika)

Herr Strauß, Sie verstehen soviel von Afrika und unserer Mentalität wie wir von Jodeln und bayrischen Knödeln. Für die prowestlichen afrikanischen Führer wäre es -- ohne dazu abgestempelt zu werden, einen Herrn Strauß zum Schwager zu haben -- leichter, prowestlich zu bleiben.

Berlin LUAL DAU

Student

Zunächst möchte ich betonen, daß ich keinesfalls der CDU/CSU-Politik anhänge. Aber es ist erfrischend zu lesen, wie sauber, direkt und brutal-offen Strauß die politische Lage in Afrika und die sie verursachenden Kräfte analysiert.

San Antonio. Texas (USA) HANNI H. HARTMANN

Als Politik nicht verwendbar, weil zu wahr.

Rio de Janeiro ANTON REICHLIN

In der Nachrichtenflut über den Weltwirtschaftsgipfel drohte dieses Strauß-Gespräch unterzugehen, in dem offen dem Rassismus das Wort geredet wird. Für ihn ist das Selbstbestimmungsrecht der Völker eine Phrase, wenn es sich um schwarze Völker handelt.

Bonn DR. UWE HOLTZ MdB (SPD), vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Franz Josef Strauß hat mit seiner Analyse der politisch-militärischen Verhältnisse in Afrika wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen. Sicher ist auch, daß Kanzler Schmidt bei seinem Kurzbesuch anstelle einer guten Sonnenbrille eine miserable rote Brille aufhatte.

Camp du Mont (Belgien) HELMUT DRÖHMER

Es ist großartig, einen Besucher wie unseren Bundeskanzler Helmut Schmidt in Sambia zu sehen, und ich bin glücklich darüber, daß er genau wie unser friedliebender Präsident Dr. Kaunda seine spontane Freude zum Ausdruck brachte. Greife mir keiner Schmidt an oder Kaunda! Menschen, die so ironisch sprechen können wie CSU-Chef Strauß, kennen weder Sambia noch seine Menschen noch unseren Präsidenten.

Lusaka (Sambia) E. REITH

Die Tatsache, daß Sie dieses Gespräch veröffentlichten, erfüllt mich mit der Hoffnung, daß sich in Südafrika vielleicht doch noch alles zum besten wendet. Aus jahrelanger intimer Kenntnis der Verhältnisse Südafrikas kann ich jedes Wort von Strauß unterstreichen.

Hamburg CHRISTFRIED K. TH. BACKHAUS

Dieses Gespräch zeigt, daß Strauß und Filbinger den exakt gleichen politischen Standort einnehmen. Obwohl mir die derzeitige bundesdeutsche Afrikapolitik ziemlich unverständlich erscheint, zeugt es meiner Meinung nach von einer verblüffenden Arroganz und Ignoranz, wenn Herr Strauß zwar mit Recht auf die zunehmenden gewalttätigen Lösungsversuche afrikanischer Probleme verweist, dabei aber »vergißt«, daß ja gerade der europäische, kapitalistische Westen durch seine koloniale Politik erst ein Gewaltpotential vom bestehenden Ausmaß mitschuf.

Isiolo (Kenia) DR. MED. GERD WEDEL

Friedlicher Entwicklungshelfer

Kann solche Überheblichkeit mit kulturellem Vorsprung gerechtfertigt werden?

München HANS D. WOLF

Daß er für alle Probleme eine perfekte Lösung kennt, ist allgemein, bekannt. Die Niveau-Ebene, auf der er sich bewegt, war schon immer bewundernswert!

Ober-Ramstadt (Hessen) WOLFGANG KOCH

Es gibt auf der ganzen Welt nur einen, der alles immer ganz genau weiß und immer schon alles vorher wußte.

Hannover CH. NEUMANN

Man muß sich doch wundern, wie Strauß zu Hause für die Demokratie eintreten will, wenn er überall im Ausland für koloniale, rassistische, alle Menschenrechte mißachtende, oftmals nur durch Militärs an der Regierung zu haltende Regierungen eintritt.

Aachen U. GÖHING Ing. grad., cand. Ing., ehemaliger Entwicklungshelfer in Ostafrika

FJS, dem es erst kürzlich von seinem Schreibtisch aus mit einem kühnen Federstrich gelungen war, Lusaka zur »Hauptstadt Botswanas« zu machen ("Bayernkurier« vom 1. 4. 1978), wird im Gespräch seinem legendären Ruf als starker Mann, Afrikakenner und Groß- und Rotwildjäger wieder voll gerecht.

Tübingen JÜRGEN DORNIS

Schade, daß eine breite Masse in diesem Lande hinter so einer Persönlichkeit steht.

Berlin T. BUNGO

Fachleute sind aufgerufen, Strauß mit seinem Verständnis von Zusammenhängen das Handwerk zu legen!

Z. Z. Ed (Schweden) FERNAND SCHMIT

Herr Strauß, treten Sie in die Armee Südafrikas oder noch besser in die Rhodesiens ein und verteidigen Sie Ihre Ideen.

Berlin CARMEN SPORIDIS

Studentin

Nun er nur Bayernkönig wird, mit bildhübschen Pummeln am Hut und mit Degen an der Breitseit, fragt man sich: Was wird aus Afrika werden -- ohne ihn?

Düsseldorf LOTHAR DIETTRICH

Machen wir doch Strauß einfach zum Kaiser von Afrika! Der weiß doch wenigstens Bescheid. Der löst doch das bißchen an Problemen da mit der linken Hand (oder mit der rechten?).

Hagen DR. MED. FRIEDRICH REESSING

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