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HISTORIE Nazi als Namensgeber

aus DER SPIEGEL 29/2001

Die Fußball-Mannschaft von Maccabi Haifa, die am kommenden Freitag zum Freundschaftsspiel im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion gegen den 1. FC Schweinfurt 05 antritt, könnte der Stadtverwaltung reichlich Ärger bereiten. Die Israelis haben allen Grund, am Namenspatron des städtischen Stadions Anstoß zu nehmen: Willy Sachs war nicht nur größter Industrieller der Stadt (Fichtel & Sachs) und Stifter des Stadions, sondern auch überzeugter Nationalsozialist und Jagdfreund von Hermann Göring. Der Buchautor Werner Skrentny ("Das große Buch der deutschen Fußball-Stadien") fand heraus, dass Sachs bereits vor 1933 in der SS war, später in die NSDAP eintrat und von Heinrich Himmler zum Obersturmbannführer ernannt wurde. Während die »Initiative gegen das Vergessen - Zwangsarbeit in Schweinfurt« eine sofortige Umbenennung der Spielstätte fordert, wollen die Vereinsoberen nichts ändern: »Alles muss irgendwann vorbei sein«, so FC-Geschäftsstellenleiter Matthias Böhnke. »Ich persönlich habe mit dem Namen Willy Sachs überhaupt kein Problem.«

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