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Nelson Mandela,

aus DER SPIEGEL 22/1996

77, Präsident der Republik Südafrika, brachte beim Staatsbesuch am vergangenen Dienstag in Bonn den deutschen Geldadel in Verlegenheit. Bevor er bei einem Treffen mit Bankiers und Industriellen auf dem Petersberg um Investitionen in seinem Land warb, wollte der Gast vom Kap genau wissen, mit wem er es zu tun hatte. Während der Präsident sitzen blieb, mußten die 39 Herren aufstehen und wie Schulkinder Namen und Funktion nennen, ehe die Unterhaltung beginnen konnte. Nach dem Appell verblüffte Mandela die eher skeptischen Banker durch seine Schlagfertigkeit. Als einer von ihnen das Problem der aufsässigen Zulus ansprach, die sich der Zentralgewalt in Pretoria nicht unterwerfen und deshalb für Unruhe und Unsicherheit bei Investoren sorgen, verwies das Apartheid-Opfer Mandela listig auf den Apartheid-Sympathisanten Franz Josef Strauß. Der sei ja, so Mandela, auch »ein Mann von historischen Verdiensten« gewesen und habe sich schließlich auch »immer quergelegt«. Trotzdem habe auch der legendäre Strauß »bestimmte Entwicklungen nicht aufhalten« können.

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