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TÜRKEI Nervöse Generäle

aus DER SPIEGEL 13/1998

Vor der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am kommenden Freitag hat sich der Streit zwischen Regierung und Militär verschärft: Armeechef Ismail Hakki Karadayi beschwerte sich bei Staatspräsident Süleyman Demirel über den angeblich mangelnden Einsatz der Regierung Yilmaz gegen die schleichende Islamisierung des Landes. Türkische Unternehmer und islamistische Institutionen im Ausland unterstützten den Fundamentalismus mit bis zu 15 Milliarden Dollar jährlich; die Armee werde diese »lawinenartige« Entwicklung nicht dulden. Yilmaz verbat sich die Einmischung der Militärs. »Wenn bei der Sitzung des Sicherheitsrats jemand Zwang ausüben wird, dann bin ich das«, zitieren Parteifreunde den Regierungschef. Der Premier war im Juni 1997 mit Unterstützung der Generäle an die Macht gekommen; inzwischen aber, so das Massenblatt »Hürriyet«, sei der Graben zwischen Armee und Regierung unüberbrückbar geworden.

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