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Neu in Deutschland

aus DER SPIEGEL 18/1953

CORNELIA TUT DAS NICHT (USA). Eine Musterschülerin brennt ihrer Musterfamilie mit einem hübschen, jungen Lehrer durch, um sich in einem amerikanischen Heiratsparadies zu verheiraten. Die Autoverfolgungsjagd der beiden anfangs verfeindeten Elternpaare, ihre Boshaftigkeiten, Nöte und Ängste ergeben eine lockere, dabei pointierte und vergnügliche Familienkomödie, die niemals in Klamauk ausartet. Mit der echten komischen Begabung Clifton Webb, dem Vater aus »Im Dutzend billiger«. (Kohlmar.)

DURST (Schweden). Dem schwedischen »Tiefen«-Regisseur Ingmar Bergman ("An die Freude") gelang die optisch faszinierende tiefen-psychologische Analyse einer kranken Ehe, die von der jungen Frau in selbstquälerischer Hysterie zerstört wird. Episodenhafte Rückblenden enthüllen ihre Trauma-Stationen (von der Abtreibung bis zum lesbischen Erlebnis), während sie mit ihrem Mann im stickigen D-Zug-Coupé zur Mittsommernacht durch das Trümmerdeutschland von 1946 rollt. Mit Motiven von Strindberg - Sartre - Freud nach einer Novelle der Schauspielerin Birgit Tengroth, die selbst mitspielt. Eva Hennings Darstellung hysterischer Seelenzustände erinnert stellenweise an Vivien Leighs Blanche Dubois in »Endstation Sehnsucht«. Der ausweglose Schluß mußte auf Drängen der deutschen Selbstkontrolle in ein tröstliches (aber alle Dramatik aufhebendes) Ende verwandelt werden. (Svensk/Akros.)

KÖNIG DER GAUCHOS (USA). In einer großzügig-herben, naturfarben dargebotenen Landschaft verteidigen die argentinischen Viehhirten stolz und blutig ihre ererbten Rechte gegen Militärzwang, neue Geldwirtschaft und staatliche Gesetze. Gaucho-Ballade, mehr feurig als differenziert oder historisch genau. (Centfox.)

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