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Neu in Deutschland

aus DER SPIEGEL 19/1953

LIEBLING, ICH WERDE JÜNGER (USA). Dem Erfinder eines Verjüngungsmittels (Cary Grant) pfuscht ein origineller zu Versuchszwecken gehaltener Affe heimlich ins Chemiehandwerk und mixt ein märchenhaftes Präparat, das erst den Forscher und seine vernünftige Frau (Ginger Rogers) und später sogar die Herren vom Aufsichtsrat in pubertäre bis kindliche Geisteslagen zurückversetzt. Die ausgelassene Utopie und intelligente Groteske endet allzu binsenweise und patentmunter mit der Einsicht, daß Jugend als innerer Glanz auch ohne äußere Hilfe beständig sei. (Fox.)

SALTO MORTALE (Deutschland). Ein sehr »deutscher« Zirkusfilm, an dem nur eines bemerkenswert ist: die Routine, mit der Drehbuchautor und Regisseur die Schubladen des Gemüts und der »Dramatik« öffnen - mit der 08/15-Handlung, der attraktiven Direktorstochter und Kunstreiterin (Margot Hielscher), dem eifersüchtigen Raubtierdompteur (Frits van Dongen), dem rührenden Kind, dem gerührten Opa, dem Aufruhr im Löwenkäfig, dem Brand im Stall, den beschaulichen Tieraufnahmen und dem bewährten Kontrast: Lachen in der Manege - Todeskampf im Wohnwagen. Insgesamt: Eineinhalb Stunden redlich produzierte Langeweile. (Komet.)

GESTÄNDNIS EINER NACHT (Frankreich/Italien). Analyse eines Ehebruchs mit langem Anlauf und tödlichem Ausgang, wobei sich die Neigung der verheirateten Schauspielerin (Michèle Morgan) so gerecht auf ihren Gatten, den Arzt (Jean Gabin), und ihren jungen Geliebten, den Maler (Daniel Gélin), verteilt wie die Schuld an der Ehe-Bedrohung auf beide Gatten. Die hohe Kunst der Dialoge und der Regie (Jean Delannoy), den Strom der großen Passionen durch trockenen Witz und präzise Milieukunde einzudämmen, macht die Abgebrauchtheit des Konflikts vergessen. (Cines-Rom/Franco-London-Paris.)

SPORTEHRE (Sowjetunion). Sportethos in östlicher Zuspitzung - jeder Sieger ein Sowjetheld, jeder Verlierer ein Saboteur. Aus einem eitlen Fußballstar wird durch »Kritik und Selbstkritik« wieder ein funktionierender Mittelstürmer. Höhepunkt: Triumph der Russen in London über eine englische Mannschaft, trotz geifernder Jazzmusik, pfeifender Zuschauer, unfairer Tricks der britischen Spieler und strömendem Regen. In Rußland schien über jedem Match die Sonne. Läuft nur in der Ostzone (Mosfilm.)

MÄDELS AHOI! (USA). Lockeres, schmalzfreies Technicolor-Musical. Wasser-Tanz und Wasser-Akrobatik (natürlich: Esther Williams) und eine zügige Werbung für die US-Marinehelferinnen, für ihre kleidsamen Uniformen und verständnisvollen Vorgesetzten, für ihre dekorativen Aufmärsche und explosiven Urlaube, ihre charakterliche Festigung im Militärdienst und ihren erotischen Angriffseifer Was die Blitzmädchen Amerikas - abgesehen von Schwimmen und Tanzen - eigentlich zu tun haben, läßt der helle, heitere Film im Dunkeln. (MGM.)

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