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Neu in Deutschland

aus DER SPIEGEL 36/1951

DAS SPÄTE MÄDCHEN. (Deutschland). Geschichte eines pflichtbewußten, aber nicht mehr jugendlichen Mädchens, das als Hausdame zur Stütze eines kleinen Hotels wurde und darüber keine Zeit für die Liebe hat. Findet spätes Glück an der Seite eines Hotel-Stammgastes, der als Schriftsteller einen Roman über sie schreibt. Norddeutsches Sprachmilieu. Es geschieht nichts Aufregendes. Sauberer Unterhaltungsfilm. (Rondo).

TALLEYRAND, DER HINKENDE TEUFEL. (Frankreich). Sacha Guitry, brillanter Außenseiter der Filmkunst, gibt eine minutiöse Biographie des französischen Staatsmannes im Wechsel der Regierungsformen. Ironische Eleganz, aber blaß. (UCL 1948.)

FAHRRADDIEBE. (Italien). Neunmal preisgekrönte Filmballade vom Leben der Armen, die sich gegenseitig bestehlen. Zeigt verzweifelte Jagd eines römischen Arbeiters und seines Sohnes nach einem gestohlenen Fahrrad, von dessen Besitz die nackte Existenz abhängt. (s. SPIEGEL Nr. 1/50). Mit Laiendarstellern und ohne Atelier gedreht. (RKO).

DREI KEHREN HEIM. (USA). Schildert drei Internierungsjahre weißer Frauen in Nord-Borneo nach Bericht amerikanischer Schriftstellerin. Kein Sadismus, starker, wenn auch unfreiwilliger Antikriegsfilm. (Centfox).

DAS SCHWEIGSAME DUNKEL. (England). Mißratener Sohn wird Deserteur und marodiert im Stil Schillerscher Räuber. Film zieht Register der Courths-Mahler-Schule. (Associated British).

DREIMAL HOCHZEIT. (Deutschland). Marte Harell, Willy Fritsch, Theo Lingen in Liebesromanze des dankbaren zaristischen Milieus. (Wienfilm 1941).

ZUGVERKEHR UNREGELMÄSSIG. (Ost-Deutschland). Westlich - kapitalistischer Vamp verführt östlich-biederen S-Bahn-Lokführer zu Sabotageakten. Holzhammer. Ostzonale Filmleute errichteten westberliner Kudamm geschickt aus Pappe. - Läuft nur in der Ostzone. (DEFA 1951).

DIE VERSCHLEIERTE MAJA. (Deutschland). Knüpft bewußt an Publikumserfolg der »Dritten von rechts« an (sieben Millionen Besucher). Allerdings Verzicht auf Nackedeis, dafür Wasserrevuen im Stil der »Badenden Venus«. Das Töchterlein des Hauses tanzt heimlich in einer Nachtbar und gibt sich zu Hause als Krankenschwester aus. Zum Schluß landet ganze Familie in jenem musik- und tanzfreundlichen Barbetrieb. Michael-Jary-Musik. Durchschnittliche Lustspielhandlung. Anspruchslos, aber Publikumstreffer. (Pontus 1951).

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