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Neue Leitsätze für die Innere Führung

aus DER SPIEGEL 15/1972

Leitsatz 2

Der Vorgesetzte soll sich -- wenn zweckmäßig -- vor Entscheidungen beraten lassen. Den oder die Berater wählt er in Abwägung des Gegenstandes, des Sachverstandes und des Betroffenseins aus. Diskussion ist ein wichtiges Mittel der Entscheidungsvorbereitung. Die Gesamtverantwortung kann dem Vorgesetzten nicht abgenommen werden.

Leitsatz 5

Der Vorgesetzte soll den Soldaten die Bedeutung ihres Tuns durch sein sichtbares Interesse erkennbar machen, das gilt vor allem für unbeliebte Tätigkeiten.

Leitsatz 10

Der Vorgesetzte soll sich um Selbstkontrolle bemühen. Er soll gegenüber kritischen Vorstellungen seiner Untergebenen aufgeschlossen sein. Eigene Fehler einzugestehen stärkt die Autorität.

Leitsatz 11

Der Vorgesetzte muß die Anerkennung, die er für Leistungen seiner Einheit erhält, an seine Untergebenen weitergeben. Bei Mißerfolgen hat er die Ursachen zunächst bei sich und dann erst bei seinen Untergebenen zu suchen.

Leitsatz 14

Der Vorgesetzte soll sich mit Sprech- und Denkweise, Einstellung, Kenntnissen und Belastungsfähigkeit seiner Soldaten vertraut machen. Er soll an die Erfahrungen und Interessen seiner Soldaten anknüpfen, um sie richtig einsetzen und bessere Leistungen erzielen zu können.

Leitsatz 16

Der Vorgesetzte soll bevorzugt Lob und Anerkennung anwenden. Er soll die Soldaten auch schon bei kleineren Fortschritten loben und damit ihr Interesse und Verantwortungsgefühl stärken.

Leitsatz 17

Der Vorgesetzte muß Befehle mit angemessenen Mitteln durchsetzen. Er darf fehlerhaftes Verhalten seiner Untergebenen nicht dulden. Er soll -- wenn nötig -- den Betroffenen hören, ihm die Folgen des Fehlverhaltens deutlich machen und zukünftig richtiges Verhalten fordern. Rüge oder Tadel sollen sachlich sein und frei von unangemessener Schärfe.

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