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aus DER SPIEGEL 6/1971

will die Bundeszentrale für politische Bildung mit einer Zeitschrift schaffen, die neben Bonner Polit-Prominenz vor allem Bürger-Idole zu Wort kommen läßt: Kicker Uwe Seeler ("fair bleiben in der Ehe"), Tagesschau-Sprecher Karl-Heinz Köpcke ("eine Frau muß voller Gefühl sein") oder Sex-Grossistin Beate Uhse ("Kraft allein tut's nicht"). Den Titel der im Boulevard-Stil aufbereiteten Postille »PZ« erklären die Bundes-Blattmacher in ihrer Nummer 1 (Photo) mit »populäre Zeitschrift«, denn: »Wir wollen ein Publikum ansprechen, das sich nicht von vornherein für politische Themen interessiert« (Referent Dieter Golombek). Am kommenden Freitag -- zwischen 15 und 19 Uhr -- sollen in Zogen der Bundesbahn 150 000 der insgesamt 250 000 »PZ«-Exemplare ausgelegt werden. Gesamtkosten der Herstellungs- und Vertriebs-Aktion des ersten Heftes: 100 000 Mark. Die Reaktionen des Wissenschaftlichen Beirats und des Innenministeriums, dem die Bundeszentrale für politische Bildung unterstellt ist, stehen noch aus. Andere Reaktionen haben die »PZ«-Produzenten bereits einkalkuliert. Golombek: »Proteste aus politischen Kreisen sind zu erwarten ...«

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