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PRESSE Neuer Chef beim »Stern«

aus DER SPIEGEL 47/1998

Im Oktober des Jahres 2000 soll der jetzige Vorstandsvorsitzende des Verlags Gruner + Jahr, Gerd Schulte-Hillen, 58, an die Spitze des Aufsichtsrats treten, der jetzige Zeitungsvorstand Bernd Kundrun, 41, soll die Führung des Verlags übernehmen. Vor rund vier Monaten zurrten die beiden die neue Führung beim Gruner + Jahr-Vorzeigeblatt »Stern« fest. Sie beschlossen, Chefredakteur Werner Funk, 61, durch den Chefredakteur der »Berliner Zeitung«, Michael Maier, 40, zu ersetzen. Der Wechsel sollte erst Monate nach dem 50. Geburtstag des »Stern« - die Feier war im September - bekannt werden. Vergangene Woche sickerte allerdings durch, wer in Berlin die Nachfolge von Maier antritt: Martin Süskind, 54, Chefredakteur des »Kölner Stadt-Anzeigers«. So geriet das Personalkarussell früher als erwartet in Schwung. Funk hört nun schon zum Jahresende auf. Der »Stern«-Chef habe »sehr gute Arbeit« geleistet, kommentiert Schulte-Hillen, die Regelung der Nachfolge aber habe sich jetzt angeboten. Da Funks Verhältnis zu Maier als gespannt gilt, wird er nicht, wie zunächst geplant, Herausgeber. Maier solle den »Stern«-Kurs fortsetzen, dabei aber »die unterhaltende Seite weiter verstärken«, sagt Schulte-Hillen. Die Überlegungen innerhalb des Bertelsmann-Managements, Maier könnte nach einer erfolgreichen Zeit als Chefredakteur des »Stern« in den Gruner + Jahr-Vorstand wechseln, möglicherweise als Nachfolger des Zeitschriftenvorstands Rolf Wickmann, weist Schulte-Hillen als absurd zurück. Beim »Stern« erwartet der Vorstand von Maier neuen Elan: Die Auflage sank zuletzt gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf 1,17 Millionen. Und die Anzeigenpreise mußten vor einem Jahr um rund 7 Prozent gesenkt werden.

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