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Fernsehen Neues Verleger-Opfer

aus DER SPIEGEL 42/1994

Die Zeitungsverleger müssen weitere Opfer für den TV-Sender Sat 1 bringen. Ihre Firma Aktuell Presse Fernsehen (APF), die 20 Prozent von Sat 1 besitzt, muß de facto für den größten Teil einer kräftigen Kapitalerhöhung von 5 Millionen Mark auf vermutlich 50 Millionen Mark geradestehen. Die Aufstockung sei in Kürze und »in ausreichender Höhe« fällig, sagt Senderchef Hans Grimm. Die 116 Verleger der APF können die Last nicht einfach mit Zulieferungen ausgleichen, wie Haupteigner Leo Kirch. Der Grossist programmiert Sat 1 mit Filmen und Sportrechten. Zwei Dutzend Verleger sind bereits aus seinem Sender geflohen. Die Verbliebenen hoffen auf Gewinne (1994: über 35 Millionen Mark), um den Verlustvortrag von mindestens 280 Millionen Mark abzubauen. Insgesamt lasten sogar 750 Millionen Mark Schulden auf Sat 1, behaupten Insider. Grimm selbst räumt Bankkredite »unter 500 Millionen« ein. Die Gläubiger, darunter Berliner Bank und DG Bank, fordern mit Blick auf TV-Debakel wie Vox oder n-tv zur Sicherheit mehr Gesellschaftskapital.

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