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New York: Volks-Chinas Uno-Diplomaten verging das Lächeln

aus DER SPIEGEL 48/1971

als 400 Demonstranten mit rhythmischen Sprechchören Nationalchinas Führer Tschiang Kai-scheck hochleben ließen. Die Protestler, zumeist Mitglieder rechtsradikaler Studenten-Organisationen oder ältere Bewohner von Manhattans Chinatown, hatten sich vor dem »Roosevelt«-Hotel in der 45. Straße postiert und per Lautsprecher Forderungen wie »Tötet Mao Tse-tung« oder »Rote Spione -- raus« zur 14. Etage hochgeschrien, in der die Chinesen vorerst -- für eine Monatsmiete von 122 000 Mark -- Quartier machen. Zwischen Polizisten am Eingang versteckt (r.), notierten drei Mitglieder der Delegation mit ungewohnt ernsten Mienen, was die Demonstranten rieten ("Desertiert jetzt"), und photographierten, was sich auf der Straße tat: die öffentliche Verbrennung ihrer Staats. flagge (l.). Bis zu dieser Protestaktion waren Pekings Abgesandte seit ihrer Ankunft in New York durchweg freundlich behandelt und beurteilt worden. So befand Mrs. Carolyn Tolcott, die seit 25 Jahren eine Suite im 14. Stockwerk bewohnt und nun die Etage mit den Rotchinesen teilt: »Sie scheinen keine bösen Nachbarn zu sein.«

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