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Briefe

Nicht anwendbar
aus DER SPIEGEL 4/1972

Nicht anwendbar

(Nr. 49/1971, Trends)

Im SPIEGEL werden mir unter der Rubrik »Zitate« folgende Bemerkungen über das Währungsgespräch zwischen Präsident Pompidou und Bundeskanzler Brandt in den Mund gelegt: »Beide sind Politiker. Der eine ist unser Kanzler. der andere ist das Staatsoberhaupt der Franzosen. Aber Pompidou, der früher für meine guten Freunde, die Rothschilds, arbeitete, weiß, worüber er redet. Das ist auf unseren Kanzler nicht anwendbar, und deshalb kann ich nicht sehen, wie sie sich während einer Zusammenkunft verständigen können."* Ich werde mich gewiß nicht zu allem äußern können, was im SPIEGEL in bezug auf meine Person geschrieben wird. In diesem Fall lege ich aber Wert auf die Feststellung, daß das Zitat weder wörtlich noch sinngemäß mit meinen Ausführungen anläßlich der Rede in New York am 28. Oktober 1971 übereinstimmt. Nach Beendigung der Rede fragte mich der Journalist H. Erich Heinemann von der »New York Times«, ob Politiker denn wirklich in der Lage wären, komplizierte währungstechnische Fragen allein in »einer« Sitzung zu lösen.

Darauf habe ich wie folgt geantwortet: »Both, Mr. Brandt and Mr. Pompidou, are politicans. One is our Chancellor, the other is head of state of France; but Pompidou being formerly with my good friends Rothschild, he knows a little bit about what he is talking about in currency technics. That does not apply to our Chancellor; so, therefore, I do not see a direct understanding in 'one' meeting."**

Frankfurt HERMANN J. ABS

Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank * Aus der New York Times«.

** »Beide, Herr Brandt und Herr Pompidou, sind Politiker. Der eine ist unser Kanzler, der andere das Staatsoberhaupt Frankreichs Aber Pompidou, der trüber bei meinen guten Freunden. den Rothschilds, tätig war, weiß ein wenig, worüber er redet in währungstechnischen Fragen. Das gilt nicht für unseren Kanzler, und daher sehe ich keine Möglichkeit, daß sie auf 'einer' Sitzung bereits zu einer Einigung gelangen.«

Die Redaktion des SPIEGEL behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen

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