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»Nicht so abwegig«

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt Jürgen Möllemann fühlt sich von einer »zionistischen Verschwörung« verfolgt. Zwar bestritt er diesen Journalistenverdacht auf einer Pressekonferenz. Ein Tonbandmitschnitt widerlegt jedoch das Dementi: *
aus DER SPIEGEL 34/1984

FRAGE: Sie sagten vorhin, daß Sie als Hintergrund der laufenden Kampagne den Umstand vermuten, daß Sie dafür eintreten, eine enge Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien einschließlich des Rüstungssektors zu pflegen. Sehen Sie sich denn als Opfer einer zionistischen Verschwörung?

MÖLLEMANN: Das haben Sie gesagt, das würde ich nicht sagen. (Pause) Das heißt, daß bei sorgfältiger Lektüre der Trilogie des SPIEGEL dieser Gedanke sich einem aufdrängt, und zwar sehr vielen Leuten sich aufdrängt. Ich bin sehr häufig darauf angesprochen worden.

FRAGE: Was glauben Sie, welche Motive könnte eine solche Verschwörung haben?

MÖLLEMANN: Daß das Motiv, eines der Motive, neben den innenpolitischen sein könnte, diese zwischen der Bundesregierung Deutschland und dem Königreich Saudi-Arabien in Aussicht genommene auswärtige Zusammenarbeit zu stören. Wer den heutigen Artikel aufmerksam liest, kann an diesem Eindruck nun wirklich nicht mehr vorbeikommen. Einige Ihrer arabischen Kollegen, aber auch ein französischer Kollege hat das, in »Le Monde« glaube ich, kürzlich geschrieben, daß er diesen Eindruck hätte, also ich war an sich in meiner Zurückhaltung gar nicht darauf gekommen, aber ich habe auf jeden Fall genauer nachgelesen, ich meine genauer nachgelesen und hatte den Eindruck, daß es nicht so abwegig ist.

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