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DEUTSCHLAND »NIE EINEN TERMIN GENANNT«

aus DER SPIEGEL 40/1962

»Er (der Bundeskanzler) hat zu entscheiden, ob und wann er von seinem Amt zurücktreten will... Der Respekt vor der historischen Leistung des Bundeskanzlers Konrad Adenauer (sollte) zum mindesten denen, die ihn gewählt haben... eine öffentliche Auseinandersetzung verbieten.« (Heinrich von Brentano, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, am 9. September 1962.)

»Weder Ehrfurcht vor seiner (Adenauers) Persönlichkeit noch Achtung vor seiner geschichtlichen Leistung entbinden die Führung der CDU von der ihr übertragenen Verantwortung. Die CDU vertraut darauf, daß alle Fragen in engem Zusammenwirken mit Dr. Adenauer gelöst werden können. Die Verantwortung ist allerdings der CDU anvertraut.« (Josef Hermann Dufhues, Geschäftsführender Bundesvorsitzender der CDU, am 16. September 1962.)

»Noch in dieser Legislaturperiode wird man den Übergang von Bundeskanzler Adenauer auf den neuen Bundeskanzler Ludwig Erhard vornehmen müssen.« (Ernst Majonica, CDU-Fraktionsvorstandsmitglied, am 19. September 1962.)

»Den Freien Demokraten ist bekannt, daß Adenauer 1963 zurücktritt.« (Kai-Uwe von Hassel, Stellvertretender Geschäftsführender

- Bundesvorsitzender der CDU, am

20. September 1962.)

»Die CDU/CSU-Fraktion hat für das Ausscheiden Dr. Adenauer aus dem Amt des Bundeskanzler nie einen Termin genannt und beabsichtigt auch nicht, dies zu tun. (Will Rasner, CDU-Fraktionsgeschäftsführer, am 21. September 1962.)

Süddeutsche Zeitung

Auch wenn man ihm den Stuhl entwetze, er spottet der Naturgesetze...

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