Zur Ausgabe
Artikel 95 / 98
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

Nie in Heathrow oder Orly
aus DER SPIEGEL 32/1972

Nie in Heathrow oder Orly

(Nr. 301972, Flughäfen)

Ihr Artikel über den Frankfurter Flughafen hat mir so richtig aus der Seele gesprochen. Leider kam auch meine Wut wieder zum Vorschein, da ich im Mai selbst 35 Minuten auf einen Gepäckträger mit -- Wagen gewartet habe. Zur Selbstbedienung war ja weit und breit kein Wagen zu sehen. Die Preise sind auch gesalzen. Für einen schweren Koffer wurden mir für 100 Meter fünf Mark abgenommen.

Bonn LONNY EFFENBERGER

Ihr Artikel »Ratten im Labyrinth« hat mich sehr interessiert. Für mich selbst ist es allerdings neu, daß die DB-Flughafenbahn schnell, pünktlich und billig sein soll. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir Ihren Trick verrieten, wie Sie mit der Bundesbahn schnell und pünktlich vom Hauptbahnhof Frankfurt zum Flughafen und zurück kommen. Würde mir das gleiche gelingen, könnte ich im Monat schätzungsweise acht bis zehn Stunden Freizeit gewinnen. Und das ist doch etwas? Ich hätte endlich wieder Muße, den SPIEGEL ausführlicher zu lesen.

Eschborn (Hessen) HORST BIERMANN

Stillstand bedeutet Rückschritt. Die Flughafenbaukonzeption Frankfurt ist 1965 in der Caravelle-Zeit stehengeblieben. Schuld daran haben zum großen Teil die Luftverkehrsgesellschaften, deren Interesse an kurzen Wegen nur für ihre eigenen Abfertigungsverfahren gilt. Der Flughafenbau und -betrieb aber ist Sache des Flughafenunternehmers, einer staatlich-städtischen Flughafengesellschaft. Von dieser verlangen die Luftverkehrsgesellschaften die Vorhaltung von Gebäuden und Anlagen sowie die Bodenabfertigungen aller Art.

Man kann nicht alles haben, konzentrierte Flughafenabfertigungen mit zentralen Erledigungen und kurze bequeme Wege für ein Millionenaufkommen.

München H. KOSINA

[inc Stewardess, die einmal um Auskunft über dieses und jenes auf dem Frankfurter Flughafen gebeten wurde. antwortete: »Das weiß ich nicht, das weiß nicht mal das Bodenpersonal. Aber eines wissen wir alle: Das einzige. das läuft im Flughafen Frankfurt. sind die Passagiere ...

Bendestorf (Nieders.) EHRFRIED SIEWERS

Nachzutragen wäre noch, daß diese Protzanlage uni mindestens zwei Nummern zu groß konzipiert wurde und wahrscheinlich auch nie voll ausgelastet sein wird. Denn ob die dazu nötige dritte Startbahn jemals gebaut werden kann, steht in den Sternen. Für ins Ausland reisende Fluggäste ist es außerdem sehr attraktiv, neben nicht vorhandenen Gepäckbeförderungsmöglichkeiten auch noch doppelt so lange Wartezeiten in den Duty-free-shops in Kauf nehmen zu müssen als im alten Flughafen. Als Rezept schließlich für die Nepp-Preise in der Tiefgarage könnte man diese zwar boykottieren, wann immer es geht. Freilich passiert es einem dann durchaus, daß nachts zwischen 23 und ein Uhr nicht ein einziges Taxi im gesamten Areal auszumachen ist. Ob die Planer und Manager dieses Flughafens wirklich noch nie in Orly oder Heathrow gewesen sind?

Frankfurt DR. ROLAND E. HERBST

Zur Ausgabe
Artikel 95 / 98
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.