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Briefe

Nie wieder Fleisch!
aus DER SPIEGEL 42/1993

Nie wieder Fleisch!

(Nr. 40/1993, Ernährung: Hygieneskandal Schlachthof)

Vor 20 Jahren hat mir ein SPIEGEL-Beitrag das Rauchen vermiest. Nach Ihrem Bericht über den deutschen Fleischmarkt ist mir der Appetit auf Wurst und Schnitzel vergangen. Da fange ich lieber wieder mit dem Rauchen an. Das Päckchen Zigaretten liegt bereits neben mir. *UNTERSCHRIFT: Frankfurt a. M. DR. KURT SCHUNCK

Das Fleisch auf unserem Teller - das ist die späte Rache der armen Schweine an uns großen. *UNTERSCHRIFT: Birkenfeld (Bad.-Württ.) DR. HOLGER SCHLEIP

Wie kann man helfen? Beispielsweise den Artikel fotokopieren und weitergeben. Respekt allen Vegetariern. *UNTERSCHRIFT: Baden-Baden GÜNTER PIEL

Mit dem größten Vergnügen würde ich den dumpf-tumben Bestien in Menschengestalt den Treibespieß im Rektum herumdrehen. *UNTERSCHRIFT: Wiesbaden CHRISTINA HANSTEIN

Gewissenhafte und verantwortungsvolle Menschen haben schon seit jeher auf Fleisch verzichtet - aus ethischen Gründen: Aristoteles, Einstein, Goethe, Jesus. Mit jedem Stück Fleisch, das wir essen, unterstützen wir die erbarmungslose Brutalität der Fleischmafia. Deshalb: kein Geschnetzel - kein Gemetzel! *UNTERSCHRIFT: Vasia/Imperia (Italien) DR. MARKUS JENSCH

Was ein Herzinfarkt und vier Bypässe nicht erreicht haben, Ihr Bericht hat es geschafft: Kein Fleisch kommt mehr auf meinen Teller. *UNTERSCHRIFT: Bad Salzuflen (Nrdrh.-Westf.) SIEGFRIED H. LUCKMANN

Nie wieder Fleisch! *UNTERSCHRIFT: Genf HEIDE PIRKL-ROSEGGER

Nach 20 Jahren Berufserfahrung als Fleischermeister bleibt mir nur die Feststellung: So ist es, genau so, und so bleibt es auch. Berufsehre und der Respekt vor der Kreatur sind bei der Jagd nach Marktanteilen und Kostenvorteilen auf der Strecke geblieben. Wohl dem Verbraucher, der noch nachvollziehen kann, wie sein Steak zu Tode kam. Wer das nicht kann, sollte öfter darauf verzichten. *UNTERSCHRIFT: Geversdorf (Niedersachsen) LUTZ BIENGE

Kein Mitleid mit den Aasfressern! Sie haben sich ihre diversen Krankheiten redlich verdient. *UNTERSCHRIFT: Hamburg SANDRA HOLLER

Die tierschutzrechtlichen Kontrollen an der deutschen Grenze sind völlig unzureichend; Veterinärärzte bestätigen, daß meistens nur ein Blick durch die Lüftungslöcher in der Bordwand geworfen wird. Verletzungen im Fuß- oder Beinbereich bleiben so unbemerkt, und die Transportbescheinigungen werden oftmals getreu dem Motto ausgestellt: »Was steht, ist gesund«. *UNTERSCHRIFT: Königsberg (Bayern) MANFRED WAGNER Bündnis 90/Die Grünen in Unterfranken

Welch Heuchelei: Diejenigen, die heute das Schicksal der Tiere bedauern, werden sich morgen wieder ihr »Stück Lebenskraft« in die Pfanne hauen. *UNTERSCHRIFT: München OLAF SCHNEE ANIMAL 2000 Tierversuchsgegner Bayern e.V.

Zugegeben: Auch ich habe das Leid der Tiere nicht vor Augen, wenn ich - selten! - vor der Theke im Supermarkt stehe und 100 Gramm Schinkenspeck verlange. *UNTERSCHRIFT: Berlin BARBARA KIESLING

Aus eigener Erfahrung als Fleischbeschau-Tierärztin auf einem EG-Schlachthof kann ich sämtliche Aussagen Ihres Berichtes bestätigen. *UNTERSCHRIFT: Tellingstedt (Schlesw.-Holst.) FRIEDERIKE MAYEN

Eine vierköpfige deutsche Familie verzehrt etwa zwei Schweine pro Jahr - warum die beiden nicht zum Mitglied der Familie machen? Ein Schwein ist nicht nur wesentlich intelligenter als eine Katze, sondern dem Menschen auch körperlich, seelisch und vom Sozialverhalten her ähnlicher. Sie könnte ihm einen Namen geben, wie »Cleopatra« oder »Scheherazade«, es mit kleinen Leckerbissen verwöhnen, die Kinder könnten ein wenig mit ihm spielen. Von so einer »Patenschaft« hätten alle Beteiligten ihre Vorteile: Ansprache und Zuwendung machen Tier und Landwirt streßstabiler; Herkunft und Wert des Nahrungsmittels Fleisch wären den Familien wieder bewußt. Naht der letzte Tag des Familienschweines, weil es sein Schlachtgewicht erreicht hat, könnten sich Mutter und Kinder persönlich von ihm verabschieden, vielleicht mit einem hübschen Kranz. Dem Familienvater bliebe es vorbehalten, das quiekende Familienmitglied beim schweren Gang zum Schlachthof zu begleiten und dem eigentlichen Tötungsvorgang beizuwohnen. *UNTERSCHRIFT: Bergen a. d. Dumme (Niedersachsen) W.-R. MARUNDE Karikaturist

Eigentlich haben wir Verbraucher doch die Fleischmafia vollkommen in der Hand. Erkundigen wir uns nach Öko-Bauern in unserer Umgebung. Wetten, daß sich sehr schnell einiges ändert? *UNTERSCHRIFT: Westensee (Schlesw.-Holst.) KLAUS BEHRNDT

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