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Hausmitteilung Niederlande, Assange, Wettrüsten, SPIEGEL BESTSELLER

aus DER SPIEGEL 42/2021

Niederlande

Spurensicherung am Tatort des de-Vries-Mordes

Spurensicherung am Tatort des de-Vries-Mordes

Foto: DPG / action press

Die SPIEGEL-Reporter Jürgen Dahlkamp und Roman Lehberger sind es gewohnt, sich mit ihren Geschichten nicht nur Freunde zu machen. 24 Stunden Personenschutz brauchten sie aber noch nie – im Gegensatz zu einigen Kollegen in den Niederlanden, die über die brutale Drogenmafia in ihrer Heimat berichten. Auch Anwälte und Zeugen müssen um ihr Leben fürchten. Das Klima der Angst, das Dahlkamp und Lehberger bei ihren Recherchen erlebten, führt im Nachbarland nicht erst seit dem Mord an dem Kriminalreporter Peter R. de Vries im Juli so weit, dass sich Journalisten genau überlegen, was sie über Gangs berichten. »Das passt nicht zum verklärten Bild, das viele Deutsche von den Niederlanden haben: weltoffen, modern, entspannt«, sagt Lehberger. »Der Staat hat jahrzehntelang weggeschaut. Jetzt lassen sich die Banden nur noch schwer bekämpfen.«

Nach dem ersten Kontakt bat Anna Ardin noch darum, ihren Namen nicht öffentlich zu nennen. Das war im Februar 2020, Redakteur Dietmar Pieper hatte ihr geschrieben, weil im Fall des in London inhaftierten WikiLeaks-Gründers Julian Assange eine gerichtliche Anhörung bevorstand. Ardin und Assange waren einander zehn Jahre zuvor in Schweden begegnet – mit gravierenden Folgen für beide. Gegen Assange wurde danach wegen möglicher Sexualstraftaten ermittelt, Ardin litt unter dem Hass seiner Unterstützer, die sie verfolgten und bedrohten. Jetzt erzählt die Schwedin ihre Version der Geschichte. Fünf Stunden Zeit nahm sie sich für ein Treffen in Stockholm, um über ihre Erlebnisse mit Assange zu sprechen. Pieper begegnete einer Frau, »die Schlimmes durchgemacht hat, aber ohne Wut zurückblickt«.

Im Kalten Krieg, als sich die Sowjetunion und die USA feindlich gegenüberstanden, halfen Nato und Warschauer Pakt, den Weltfrieden zu sichern. Im aufziehenden zweiten Kalten Krieg dagegen können sich Amerika und sein neuer Gegenspieler China bisher auf keine verlässliche Sicherheitsarchitektur stützen. Im Indopazifik, dem Hauptschauplatz des Kräftemessens, ist ein brandgefährliches Wettrüsten im Gange, wie ein SPIEGEL-Team um Korrespondent Bernhard Zand recherchierte. Katharina Graça Peters besuchte in Südkorea den mit 34.700 Soldaten und Zivilisten größten US-Auslandsstützpunkt der Welt, der den kommunistischen Nachbarn im Norden abschrecken soll. Alexander Sarovic ging der Frage nach, welche Folgen es hat, wenn Amerikaner und Briten den Australiern Atom-U-Boote verschaffen. Und in China war Georg Fahrion unter anderem auf der wichtigsten Flugschau des Landes – am selben Tag, als die Luftwaffe eine Rekordzahl Kampfflugzeuge in die Luftraumüberwachungszone des Inselstaats Taiwan schickte.

SPIEGEL BESTSELLER 3/2021

Alice Schwarzer über die frühe Simone de Beauvoir

»Das kleine Mädchen von Montparnasse«

In SPIEGEL BESTSELLER, der Kulturbeilage des SPIEGEL, schreibt Alice Schwarzer über Simone de Beauvoir.

Ist Weiblichkeit eine Falle? Alice Schwarzer über die große französische Feministin und deren bislang unveröffentlichten Roman »Die Unzertrennlichen«

SPIEGEL BESTSELLER ist als Beileger der SPIEGEL-Ausgabe 42/2021 erschienen.

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Die neue Ausgabe von SPIEGEL BESTSELLER, die diesem Heft beiliegt, erscheint mit dem Schwerpunkt »Bücher des Herbstes«. Dazu zählen »Welt im Lockdown«, in dem Wirtschaftshistoriker Adam Tooze die jüngste Vergangenheit analysiert, sowie »Welten auseinander«, der erste Roman der Bestsellerautorin Julia Franck seit zehn Jahren. Die Feministin Alice Schwarzer rezensiert für SPIEGEL BESTSELLER einen bisher unveröffentlichten Roman von Simone de Beauvoir, Hape Kerkeling beantwortet einen Fragebogen der Redaktion.

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