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Nina Hagen,

aus DER SPIEGEL 2/1995

39, deutsche Rocksängerin mit demonstrativ antiautoritärem Gehabe, verdingte sich als Werbefigur für die Bild-Zeitung. In dem Kino-Spot ziehen die Werber alle Register der wahrhaften Unwahrhaftigkeit. Als eine Art Vorspann ertönt eine körperlose Stimme: »Wir fragten Nina Hagen, ob sie Werbung für die Bild-Zeitung machen würde.« Entrüstet lehnt die ebenfalls unsichtbare Lady ab: »Wieso, nein, Hilfe«. Die Stimme: »Dann sagten wir ihr, daß wir jede Meinung akzeptieren, wirklich jede.« Das genügt Nina Hagen. Der Paradiesvogel der deutschen Rockwelt erscheint auf der Kinoleinwand und trompetet, ganz und gar Meinungsfreiheit: »Entweder wird Hanf angebaut, auf Ökopapier gedruckt, mit mir gemeinsam die Aids-Lüge entlarvt, oder euer Blatt ist und bleibt totale Scheiße.« Schluß. Im Abspann erscheint ein Bild-Zeitungs-Motto.

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