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ADENAUER-REISE Noch möglichst lange

aus DER SPIEGEL 28/1962

Am sonnenüberfluteten Grabmal des Unbekannten Soldaten auf Amerikas Helden-Friedhof Arlington waren 1953 in dem mit 21 Salutschüssen geehrten deutschen Kanzler Tränen der Rührung aufgestiegen; am Grabmal des Unbekannten Soldaten unter dem Arc de Triomphe trieb am vergangenen Mittwoch nur ein böiger Wind Regentropfen in seine liderlosen Augen.

In der Zarenloge des Bolschoi-Theaters hatte 1955 der deutsche Kanzler spontan beide Hände des damaligen Sowjet-Premiers Marschall Bulganin ergriffen; in der Ehrenloge des Pariser Opernhauses stand er am vergangenen Mittwoch müde, stumm und unbewegt neben seinem Gastgeber Charles de Gaulle.

Und doch war der erste Staatsbesuch eines deutschen Regierungschefs in Paris für Konrad Adenauer »die Erfüllung seines Lebenstraums« (Bundespressechef Karl-Günther von Hase). Die von ihm ersehnte und erstrebte Aussöhnung zwischen den Erbfeinden zu beiden Ufern des Rheins ist nach drei blutigen Jahrhunderten historisches Ereignis geworden.

Charles de Gaulle, Autor und Akteur der Zeitgeschichte, hatte in diesem Akt des abendländischen Schauspiels auch noch die Regie übernommen: Von ihm war der Auftritt des deutschen Kanzlers vor der französischen Kulisse genau auf jenen schicksalhaften Moment terminiert worden, da durch die Unabhängigkeitserklärung Algeriens der Vorhang über Frankreichs Rolle als kolonialer Weltmacht endgültig niederging.

Mit der ihm eigenen Fähigkeit, geschichtliche Symbolik mit tagespolitischer Taktik zu vermischen, hatte der General aus der nationalen Not eine europäische Tugend gemacht und seinem Volk und der Welt die aufgezwungene Räumung von Frankreichs letzter überseeischer Bastion als französisches Geschenk an Europa dargeboten.

Sogar über die Dekorationen des Spiels auf seiner Bühne hatte General -Inspizient de Gaulle selbst befunden: Er legte für Adenauers Einzug die Via Triumphalis der deutsch-französischen Versöhnung fest und bestimmte, wann und wo deutsche und französische Flaggen gezeigt würden.

Während noch bei der Staatsvisite des Bundespräsidenten Lübke im vergangenen Jahr viele an Hakenkreuz und Schwarz-Weiß-Rot gewöhnte Pariser angesichts der schwarzrotgoldenen Farben der Bonner Republik einen afrikanischen Staatsmann zu Besuch in Frankreich wähnten, konnte diesmal aufgrund der de Gaulleschen Inszenierung kein Zweifel über die Person des Staatsgastes aufkommen.

Zweimal innerhalb von 24 Stunden

zuletzt fünf Stunden vor der Ankunft des Bonner Gastes- blendete das französische Fernsehen auf Weisung des General-Staatschefs und entgegen den Warnungen des Innenministers Roger Frey einen Pariser Stadtplan ein, auf dem die Marsch-Route des Herrscherpaares abgesteckt war.

Das Volk von Paris sollte wissen, welchen Weg der Kanzler der Deutschen

bei seinem Einzug nach Paris nehmen werde. Es' war ein Weg, wie ihn noch kein anderer Staatsgast gekommen war, nicht einmal- Kennedy und Chruschtschow.

Die Route, die de Gaulle für die Strecke vorn Flugplatz zum Außenministerium bestimmt hatte, führte statt auf dem kürzesten Pfad auf verschlungenen Umwegen durch die Hauptstraßen des legendären Quartier Latin und des Stadtkerns zum Place de la Concorde und schließlich über die Brücke Alexander III., die vor 65 Jahren zu Ehren der französisch-russischen Allianz gegen Deutschland errichtet worden war. Auch die Tageszeit, zu der de Gaulle

seinen Freund nach Paris einholte, entsprach der Absicht des Generals, möglichst viele Untertanen zum Kanzler -Empfang aufzubieten:

Eine Stunde nach Geschäftsschluß senkte sich am vergangenen Montag aus 3000 Meter Höhe die von der Lufthansa gecharterte »Super-Constellation« des Bonner Regierungschefs auf das Rollfeld des Flughafens von Orly herab.

Um 18.01 Uhr stoppte die Maschine am Ende des roten Plüsch-Läufers, der sich fast sechzig Meter über die Betonpiste erstreckte.

Mit dem Hut in der Hand verließ Konrad Adenauer das Flugzeug und schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches die Gangway hinab, an deren Ende ihn mit Freundeslächeln und ausgebreiteten Armen Frankreichs Monument erwartete.

Charles de Gaulle, der einst Nikita Chruschtschow an dieser Stelle mit den herablassenden Worten begrüßt hatte:

»Na, da sind Sie ja«, zeigte sich artig und ehrlich erfreut: »Herr Bundeskanzler, seien Sie in Frankreich herzlich willkommen.«

Adenauer - spürbar bewegt - machte den General mit dem mitgeführten Teil seines Familienverbands bekannt, Tochter Ria Reiners und Sohn Max Adenauer (Francois-Poncet: »Damit Frankreich sieht, daß Bonn keine Nachfolge -Sorgen kennt.")

Auf einen schon nahezu der Familie zugerechneten Nächsten hatte Oberhaupt Adenauer allerdings in seinem Troß verzichten müssen: Staatssekretär Hans Globke war zu Hause geblieben.

Wie ein alternder Renaissancefürst an seine ergebenen Diener denkt, wenn die Stunde des Triumphes gekommen ist, so war es des Kanzlers Wille gewesen, seinen in der Stille des Palais Schaumburg wirkenden, nimmermüden Kanzlisten in Paris zur Seite zu haben, so wie er ihn 1955 nach Moskau mitgenommen hatte.

Noch in dem 72 Stunden vor Adenauers Ankunft vom Quai d'Orsay verbreiteten offiziellen Programm des Staatsbesuchs figurierte Globke- laut Flugblatt der französischen KP »ein Helfershelfer des Judenmörders Eichmann« -

nach Kanzler und Außenminister als drittprominenter Deutscher.

Da französische Gefühle ungleich schwerer zu dirigieren sind als Emotionen von Sowjetmenschen, faßte sich 48 Stunden vor der Bonner Invasion Paris -Botschafter und Ex-Pg Blankenhorn ein Herz und warnte seinen Regierungschef - mit Erfolg: Statt Globke erschien Bundeswehr-Kanzleradjutant Oberst von Blumröder in der Adenauer-Suite.

Allein, auch der Verzicht auf den Treuesten der Treuen, auf Judenkommentator Hans Globke, konnte Konrad Adenauer vor Eiern und Tomaten nicht völlig bewahren:

Um 18.22 Uhr waren Kanzler und General in Orly in das »Citroen«-Sondermodell de Gaulles gestiegen, um über die Süd-Autobahn im 60-Kilometer -Tempo gen Paris zu preschen.

Motorradfahrer eskortierten die Wagenkolonne; Hubschrauber patrouillierten in der Luft. An den schon Stunden vorher von der Polizei bewachten Einfallstraßen waren alle 20 Meter Posten aufgestellt. Die Brücken wurden zusätzlich durch motorisierte Polizei gesichert.

Um die empfindlichen Kanzler-Bronchien nicht zu reizen, blieb das Verdeck des Wagens, in dessen Fond Adenauer und de Gaulle Seite an Seite saßen, zunächst geschlossen. Erst in den Vororten ließ de Gaulle die Geschwindigkeit vermindern und ohne weitere Rücksicht auf Adenauers Atemwege das automatische Verdeck öffnen, damit das Volk den deutschen Kanzler besser sehen konnte. Es konnte nun allerdings auch besser zielen.

Die Einwohner des Viertels Porte d'Orléans, die außer Chruschtschow noch keinem Staatsgast applaudiert haben, empfingen die Staatskarosse mit Eiern und Tomaten. Eine zerplatzte wenige Zentimeter vor der Kanzler -Nase an dem halbhoch gedrehten Seitenfenster (siehe Bild Seite 19).

Der mit Eigelb und Tomatenmark bekleckerte Citroen beschleunigte das Tempo. »Wir wollen nicht Strauß!« stand auf einem Plakat. Pfiffe ertönten. Bei der Kirche an der Rue d'Alésia brüllten Sprechchöre: »Oradour - SS! Keine Nazis in Paris!«

Der eher neugierig-freundliche als feindselige Empfang im bürgerlichen Teil von Paris wurde belebt durch einige Trupps photographierender deutscher Touristen, die ihren großen alten Mann mit dem Schlachtruf: »Konni! Konni!« feierten, und eine Gruppe Krankenschwestern, die beiden Staatsgreisen begeistert zujubelte.

Konrad Adenauer (Gerhard Schröder:

»Der Bundeskanzler freut sich über jeden, der draußen winkt") nahm den Beifall der Bourgeois mit der gleichen Gelassenheit hin wie die Pfiffe des Proletariats. Stocksteif saß er zur Rechten de Gaulles und hob in regelmäßigen Abständen den Arm, um dem Volke zu winken. Dann bezog er mit seinen Kindern die Galaräume des Quai d'Orsay, die zuvor nur Könige und Präsidenten beherbergt hatten.

Am anderen Morgen, Dienstag früh, begannen im Elysée-Palast, wo einst eine unterwürfige Marquise de Pompadour ihren geliebten König erwartet hatte, die politischen Besprechungen zwischen den republikanischen Herrschern Europas. Sie wurden an den beiden folgenden Tagen ebendort fortgesetzt.

Ihr Ergebnis entsprach weder dem offiziellen Prunk der deutsch-französischen Begegnung noch den inoffiziellen Befürchtungen deutscher und französischer Diplomaten und Politiker: Die beiden autoritären Europa-Beweger schlossen keinen geheimen Stahl-Pakt, schmiedeten keine Achse Paris-Bonn und gefährdeten nicht durch Bildung einer anti-angelsächsischen Front das Fundament der Nato. Dazu Premier Pompidou: »Es gibt keine Achse Bonn -Paris, und man sollte auch nicht zulassen, daß eine existieren könnte.«

Zugleich vorsichtig und wohlwollend nahmen Adenauer und de Gaulle von den Vorstellungen des anderen Kenntnis und einigten sich, die jeweilige Konzeption des Partners zwar nicht zu behindern, aber auch nicht als Inhalt der eigenen Politik zu übernehmen:

- Konrad Adenauer wird mit de Gaulles Einwilligung seine Bemühungen um eine politische Union der EWG -Staaten vorantreiben, wenngleich Frankreichs Staatschef kein Hehl aus seiner Überzeugung machte, daß alle Anstrengungen dieser Art ohne zuvor geklärteßolleEnglands fruchtlos bleiben müßten.

- Charles de Gaulle wird ohne Einwände Adenauers seine Bemühungen um eine Reform der Nato durch Aufbau einer eigenen französischen Atomstreitmacht fortsetzen, wenngleich Bonns Außenminister Gerhard Schröder in Paris sagte: »Ich habe bisher noch niemanden gefunden, der mir genau erklären konnte, worin diese Reform eigentlich bestehen soll.«

Genau wie Amerikas Außenminister Dean Rusk bei seinem Besuch in Paris ließ auch Konrad Adenauer seinen Gastgeber wissen, daß er sich mit dem französischen Atom-Ehrgeiz als »fact of life« abgefunden habe.

Die Bundesregierung will diese Pläne jedoch nicht offen unterstützen und weigerte sich darum auch, in das gemeinsame Abschluß-Kommuniqué ein einziges Wort darüber aufzunehmen. Denn

der Kanzler fürchtet, daß er durch aktive Unterstützung de Gaulles in Gegensatz zu Washington und in Abhängigkeit von Paris geraten könnte.

Auch Bonn befürwortet eine atomare Reform der Nato. Aber im Unterschied zu de Gaulle möchte Adenauer diese Reform nicht gegen die Amerikaner, sondern mit ihnen durchführen. Sein in Paris fixiertes Ziel: Bildung einer integrierten Atom-Raketen-Streitmacht unter dem europäischen Nato-Oberbefehlshaber. Damit wäre die nationale Atom-Macht von Amerika, England und Frankreich eingeschränkt, und auch Bonn hätte einen Finger am Atom -Drücker.

Über solche Pläne will Charles de Gaulle erst reden, so sagte er dem Kanzler im Elysée, wenn er in 18 Monaten seine eigene Atombombe einsatzbereit hat, wenn England EWG-Mitglied geworden ist, womit zum 1. Januar 1964 gerechnet wird, und wenn die vom Kanzler favorisierte politische Union der EWG -Staaten Gestalt gewonnen hat. Erste Konturen dieser Gestalt sollen auf einer Konferenz der EWG-Premiers in Rom entworfen werden, die Adenauer und Italiens Ministerpräsident Fanfani für die nahe Zukunft vorgesehen haben.

Insgesamt sechs Stunden und zwanzig Minuten konferierten Adenauer und de Gaulle zusammen mit zwei Dolmetschern - der deutsche Übersetzer wurde erst nach längerem Sträuben de Gaulles zugelassen -, ehe sie in drei Besprechungen an drei Tagen bei diesem politischen Kompromiß angelangt waren.

Die Zeit dazwischen war ausgefüllt mit dem strapaziösen Programm für Staatstouristen.

Am Vormittag von seinem europäischen Teilhaber mit dem Großkreuz und Schulterband der Ehrenlegion dekoriert, am Mittag von Premier Pompidou mit einem 52er Champagner »Dom Pérignon« traktiert, strebte Konrad Adenauer am Dienstagnachmittag wie jeder deutsche Paris-Besucher pflichtschuldig in den -abgesperrten - Louvre.

Begleitet von de Gaulles Kulturpapst Andre Malraux ließ sich Adenauer im Salle des Etats auf einem Polstersessel nieder und Kunstwerke am Fließband vorführen: Auf rollenden Staffeleien wurden nacheinander 15 ausgewählte Gemälde vor den Kanzler befördert. Zwei Scheinwerfer beleuchteten die Bilder.

Als Rembrandts »Jünger von Emmaus« heranrollten, reckte der Besucher erstmals interessiert den Kopf, erhob sich und begann, das Bildwerk zu deuten. Außenminister Gerhard Schröder sah gelangweilt zu, wie der nunmehr freudig erregte Kanzler bald darauf abermals seinen Sessel verließ, um intensiv ein Christusbild von El Greco und ein Tizian-Porträt zu studieren.

168 Personen, darunter fast alle noch lebenden Ministerpräsidenten der ermordeten Vierten Republik, waren am Abend zum Empfang im Elysée erschienen.

Hier war es, wo Charles de Gaulle in seiner erst in letzter Minute verfertigten Tischrede die ergreifendsten Worte der Pariser Tage und Nächte fand. Zur Verblüffung aller Anwesenden bezeichneteer die lange Unglückskette deutschfranzösischer Kriege als einen kontinuierlichen Versuch zur Einigung Europas. Ludwig XIV., Napoleon, Bismarck, Wilhelm II. und Clemenceau waren für ihn Vorkämpfer eines vereinten Europas - und auch Hitler: »Ja, selbst in den Leidenschaften, die ein Regime verbrecherischer Tyrannei während des letzten Weltkrieges im deutschen Volk wachrief, fehlten nicht die grandiosen Erinnerungen an die Cäsaren, an das Christentum und an Karl den Großen.«

Dem Austausch der Lobsprüche folgte der Austausch der Heiligenbilder: Adenauer schenkte seinem Gastgeber eine Magdalenen-Statue aus Nußbaum (15. Jahrhundert); de Gaulle revanchierte sich mit einem hölzernen Evangelisten Johannes (etwa 600 Jahre alt).

Erst nach Mitternacht konnte der Kanzler, dessen Augen vor Müdigkeit rot gerändert waren, den Elyseé-Palast verlassen.

Am Mittwoch, nach einem Ausflug auf die Seine und einem Festakt im Pariser Rathaus (Zwischenruf der KP -Stadträte: »Hoch lebe die DDR"), legte der Kanzler unter dem Arc de Triomphe einen Kranz (Schleifen-Inschrift: »Der Bundeskanzler") am phonstärksten Grabmal der Welt nieder, über dessen unbekannten Toten nur eine Gewißheit herrscht: daß er imKrieg gegen Deutschland fiel.

Dann fuhr der Besucher aus Bonn hinaus zum Schloß von Versailles, in dessen Spiegelsaal 1919 der Friedensvertrag unterzeichnet wurde. Nachdenklich ließ sich Adenauer dort vernehmen: »Wenn ich so daran denke, daß an dieser Stelle (1871) Wilhelm I. gegen seinen Willen, aber auf Wunsch seines Kanzlers Bismarck zum deutschen Kaiser proklamiert wurde . . . »

Gedanken und Erinnerungen bewegten den rheinischen Kanzler auch am Abend desselben Tages, als er auf einem von ihm gegebenen Essen im Quai d'Orsay seine Tischrede auf Staatschef de Gaulle hielt:

»Als ich 1958 zum erstenmal nach Colombey kam; wußte ich nicht, auf wen ich da treffen würde. Ich wußte nicht, mit wem ich es zu tun haben würde. Aber Ihre wunderbare Gastfreundschaft, die Atmosphäre in Ihrem Hause, die Aufnahme durch Madame de Gaulle und ihre große Freundlichkeit haben mich dann gleich davon überzeugt, daß ich es mit einem verständnisvollen und freundschaftlichen Partner zu tun habe.«

40 Minuten mußte an diesem Abend die im Opernhaus zur Festaufführung von »Suite en blanc« und »Palais de Cristal« versammelte Pariser Gesellschaft samt Diplomatischem Korps auf die Ehrengäste Adenauer und de Gaulle warten, weil der Bonner Kanzler bei Tisch immer ausschweifender improvisierte:

»Als wir heute nach Versailles fuhren, wartete ich wieder auf kommunistische Kundgebungen. Und da die Kommunisten vorher gepfiffen haben, wollte ich, daß wir auch zurückpfeifen. Als kleiner Junge habe ich vergeblich versucht, das Pfeifen auf zwei Fingern zu lernen. Es ist mir nie gelungen. Aber mein Botschafter hier, der Herr Blankenhorn, der kann sehr gut auf zwei Fingern pfeifen. Und deshalb habe ich im Wagen gesagt: Blankenhorn, wenn die Kommunisten pfeifen, dann pfeifen Sie tüchtig zurück. Aber leider haben sie nicht mehr gepfiffen.«

Noch ehe die beiden Staatslenker am folgenden Wochenende in der Kathedrale zu Reims - der Stadt, in der 1945 Generaloberst Jodl die deutsche Kapitulation unterzeichnete - gemeinsam die Heilige Messe hörten und noch ehe sie im nahegelegenen Mourmelon mit einer deutsch-französischen Truppenparade die neue Waffenbrüderschaft feierten, gaben sie schon an diesem Abend zu verstehen, was sie einander und sich selbst am herzlichsten wünschen.

Adenauer zu de Gaulle, 71: »Ich hoffe für Europa und Frankreich, daß Sie Ihr Land noch möglichst lange regieren werden.«

De Gaulle zu Adenauer, 86: »Ich hoffe für uns alle, für Europa und Deutschland, daß Sie die Bundesrepublik noch möglichst lange regieren werden.«

Adenauer, Gastgeber: Trotz Eiern und Tomaten Erfüllung eines Lebenstraums

L'Express

Adenauer in der Pariser Karikatur: Nach drei blutigen Jahrhunderten ...

... zurück zu Karl dem Großen: Adenauer in der Pariser Oper*

* V. l. n. r.: Frau de Gaulle. Staatspräsident de Gaulle, Kanzler-Tochter Ria Reiners.

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