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Nom Saroeun,

aus DER SPIEGEL 8/1997

19, kambodschanische Mädchenhändlerin, zur Zeit Häftling im Gefängnis von Kandal, profitiert von der Rechtsunsicherheit in dem vom Bürgerkrieg verheerten Land. So wird in Kambodscha auch nach dem Ende der Terrorherrschaft der Roten Khmer noch oft willkürlich verhaftet, verurteilt und ins Gefängnis gesteckt - und entlassen. Den Armen, heißt es in dem fernöstlichen Land, widerfährt der Anschein von Gerechtigkeit, die Reichen kaufen sich die Freiheit. Nom Saroeun wurde wegen Menschenhandels ins Gefängnis geworfen, sie hat ein Mädchen an Zuhälter verkauft. Sie wird demnächst entlassen. Nicht aus »gesetzlichen Gründen«, wie kambodschanische Beamte zugeben, »sondern wegen ihrer himmlischen Schönheit«.

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