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Norbert Steger

aus DER SPIEGEL 15/1984

Norbert Steger, 40, Österreichs Vizekanzler, bringt seine Landsleute mit seiner Ahnenforschung durcheinander. Der FPÖ-Chef hatte noch im letzten Jahr behauptet, sein Vater, »ein aufrechter Südtiroler« namens Mittendorf, sei »national und großdeutsch, aber niemals Parteimitglied« gewesen und von einem jüdischen Bankier Steger adoptiert worden. Nachdem dann die Wiener »Wochenpresse« aber nachweisen konnte, daß Stegers Vater unter der Mitgliedsnummer 903441 im Mai 1932 sehr wohl der NSDAP beigetreten war, gab der Vizekanzler jetzt dem Wiener Beisl-Literaten Joe Berger zum besten, der Zieh-Opa sei ein Anhänger jenes »Georg Ritter von Schönerer« gewesen, »der mit seiner deutschnationalen, antiliberalen, antisemitischen und antiklerikalen Richtung in Hitlers Gefreitenaugen stach«. Fragte sich jetzt der Kleinkünstler: »Der Großvater war ein jüdischer Bankier mit ausgeprägter Neigung zum Antisemitismus, der Vater 'niemals Parteimitglied' und doch in der NSDAP - wie viele Vizekanzler hat Österreich?«

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