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SCHWEIZ Notlandeübung auf Eis

aus DER SPIEGEL 5/2002

Einmal mehr geriet vorige Woche die Fluggesellschaft Crossair wegen eines ihrer Piloten unter Druck. Den Anlass lieferte ein 35 Jahre alter Flugzeugführer, der in seiner Freizeit als Fluglehrer fungiert und mit einer Sportmaschine vom Typ Cessna 152 auf dem zugefrorenen Pfäffikersee im Zürcher Oberland aufsetzte. Bizarr daran: Die Eisdecke war offiziell gesperrt. Die Crossair beurlaubte ihren Mann, der einen anderen Berufspiloten zu einer Notlandeübung eingewiesen hatte, eine Woche lang vom Dienst. Doch die Frage, ob Linienpiloten auf Grund ihrer Freizeitjobs entweder zu risikobereit oder aber überlastet seien, ist bei der Basler Fluggesellschaft seit dem Absturz eines Passagierjets vom Typ Avro RJ 100 aktuell: Der so genannte Jumbolino zerschellte am 24. November in einem Wald nördlich von Zürich; 24 Menschen starben. Auch der Jumbolino-Pilot war in seiner Freizeit als Fluglehrer tätig. Noch am Morgen des Unglückstags flog er mit einer Stewardess als Schülerin nach Süddeutschland. Außerdem stellte sich heraus, dass der Pilot früher bereits aufgefallen war. 1999 flog er auf einem Charterflug den falschen Flughafen an - Aosta in Italien an Stelle von Sion im schweizerischen Rhônetal. Ein anderes Mal zog er das Fahrwerk einer Saab 340 am Boden ein. Das Flugzeug sackte durch und erlitt Totalschaden. Weil in der Bordküche einer Crossair-»Saab 2000« ein Brand entstand, kam es vergangenen Montag auf dem Zürcher Flughafen noch zu einer echten Notlandung.

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