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Briefe

NOTVERBAND
aus DER SPIEGEL 2/1961

NOTVERBAND

Nach den Ausführungen Ihres Artikels über den Bundesverband der praktischen Ärzte könnte es so aussehen, daß wir praktischen Ärzte in Hannover einen Kampfbund hauptsächlich gegen unsere Fachkollegen gründen wollten, was ganz und gar nicht den Tatsachen entspricht. Wir vertreten vielmehr die Ansicht, daß alle Ärzte einig auftreten und die frei praktizierenden Ärzte - das heißt Fachärzte und praktische Ärzte in eigener Praxis - wegen ihrer gemeinsamen Interessen sich deshalb zusammentun sollten. Jedoch müßte zwischen uns volle Gerechtigkeit bestehen, damit nicht diejenigen, die die Hauptlast der Gesundheitsversorgung zu tragen haben - die praktischen Ärzte -, am schlechtesten abschneiden. Der Hauptzweck der Organisation der praktischen Ärzte sollte darin gesehen werden, dem alten Hausarzt wieder den Posten zu geben, der ihm auch in den heutigen Verhältnissen gebührt, dafür Sorge zu tragen, daß er ständig richtig vorgebildet wird und daß seine wirtschaftliche Lage seiner Arbeit und Bedeutung entspricht. Trotzdem möchte ich Ihnen sagen, daß die praktischen Ärzte für den Artikel dankbar sind.

Berlin DR. MED. UNIV. BRANKO R. JELIC

Ich halte es für sehr ungünstig, daß gerade zum jetzigen Zeitpunkt für die breite Öffentlichkeit wieder einmal innerärztliche Angelegenheiten zu einer »story« verwendet worden sind. Mir hat sie viel Ärger gebracht: Die Arbeitsgemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände versandte 350 Exemplare des SPIEGEL an alle Düsseldorfer Fachärzte, um meine Wahl in die Vertreterversammlung der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zu torpedieren. Ich distanziere mich schärfstens von den in Ihrem Artikel zitierten Behauptungen, daß die Vorstände der ärztlichen Körperschaften mit Fachärzten besetzt seien, deren medizinische »Tätigkeit in hohem Maße auch durch technisches Personal ausgeführt werden« könne und die deshalb »viel Zeit für Berufspolitik zu opfern« vermögen oder aber mit praktischen Ärzten besetzt seien, die »in der Regel keine wissenschaftlich besonders qualifizierten Ärzte sind«. Leider können sich die SPIEGEL-Redakteure auf diese Formulierungen in der Zeitschrift »Der praktische Arzt heute« (Herausgeber Dr. Jelic) berufen.

Düsseldorf DR. PAUL SCHIMKE

... lächerlich, wenn praktische Ärzte den Typ des spitzbärtigen und spitzbäuchigen, alten, guten, leicht bekloppten Onkel Dokterchens als Hausarzt fröhliche Urständ feiern lassen oder einen Mythos des Landarztes großzüchten wollen.

Vohnetann (Ufr.) H. STERNUTIUS

Jelic

Schimke

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