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Hausmitteilung NSA / Bettler / Ukraine

aus DER SPIEGEL 13/2014

Seit Monaten präsentieren die SPIEGEL-Redakteure Marcel Rosenbach und Holger Stark immer neue Erkenntnisse zur NSA-Affäre. In dieser Ausgabe setzen sie ihre Berichterstattung fort: mit einem Text über das erbitterte Kräftemessen zwischen den USA und China, das zurzeit im Internet zu beobachten ist - und mit einem Gespräch mit Michael Hayden, Direktor der NSA von 1999 bis 2005 und in jener Zeit zuständig für das Abhören deutscher Regierungschefs. Der Artikel belegt, dass die NSA nicht nur die Staatsführung in Peking attackiert, sondern auch chinesische Konzerne wie Huawei. Beim Interview traf Stark auf einen nachdenklichen Ex-General, der sich ernsthaft Sorgen macht um die deutsch-amerikanischen Beziehungen und den Eindruck vermittelt, die Affäre tue ihm zumindest in Teilen leid. Mehr über die NSA und ihre Aktivitäten findet sich in einem neuen Buch, das Rosenbach und Stark veröffentlichen. Es trägt den Titel »Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung« und schildert bislang unbekannte Operationen der NSA. Das Buch ist vom 31. März an im Buchhandel erhältlich (zum Artikel ).

Als SPIEGEL-Redakteurin Katrin Kuntz begann, in der Hamburger Innenstadt Kontakte zu rumänischen Bettlern zu knüpfen, stand sie vor einem grundsätzlichen Problem: Sie konnte sich mit ihnen nicht unterhalten. Die Männer und Frauen sprechen kein Deutsch, kein Englisch, kein Französisch; und Kuntz spricht kein Rumänisch. So brauchte sie zahlreiche Versuche, bis sie schließlich auf einen Bettler traf, mit dem sie sich verständigen konnte. Er hatte zwei Jahre in Spanien gearbeitet, auf dem Bau. Mit Hilfe des ehemaligen Maurers erhielt Kuntz Zutritt zu einer abgeschotteten Parallelwelt, die so in vielen deutschen Städten existiert. Kuntz lernte die Regeln kennen, nach denen die Mitglieder des Hamburger Bettel-Clans arbeiten, sie nahm an der Ausbildung von Anfängern teil, fuhr mit ihnen im Bus nach Rumänien, traf auch den Boss des Clans. »Das ist das wirklich Ungerechte«, sagt Kuntz, »er erhält den Großteil des Geldes, bis zu 90 Prozent« (zum Artikel ).

Der Kampf um die Ukraine wird nicht nur mit Waffen ausgefochten, sondern auch mit Worten. SPIEGEL-Redakteur Georg Diez war Zeuge vieler Sprachscharmützel, als er in der vergangenen Woche durch das Land reiste, um Schriftsteller zu treffen, die in der Krise zu Vorbildern wurden. Diez traf Serhij Zhadan, der im Osten der Ukraine von bezahlten Schlägern attackiert worden war; er traf Irena Karpa, die in Kiew mit ihrem Auto Verwundete ins Krankenhaus gefahren hatte. Mit ihnen und anderen sprach Diez über die Gegenwart, die mögliche Zukunft des Landes, und er musste feststellen, dass viele seiner Gesprächspartner nicht wagen, auf eine schnelle Entscheidung zu hoffen. Der Schriftsteller Andrej Kurkow formuliert es so: »Ob es ein Erfolg wird oder ein Misserfolg, das wissen wir erst in vielen Jahren« (zum Artikel ).

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