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Briefe

Nur Autonomie gefordert
aus DER SPIEGEL 16/1975

Nur Autonomie gefordert

(Nr. 12/1975, Droht den Kurden die Vernichtung?)

Die Führung der kurdischen Bewegung, das Zentralkomitee und das Politbüro unserer Partei und ihr Präsident Mustafa Barsani haben nie eine eigene Armee gefordert, sondern lediglich für eine Übergangsperiode kurdische Einheiten innerhalb der iranischen Streitkräfte, deren Oberkommando in den Händen Bagdads liegen sollte. Die Abschaffung der arabischen Sprache ist nicht gefordert worden, sondern lediglich die Gleichberechtigung und die Anerkennung des Kurdischen als Schul- und Amtssprache neben dem Arabischen. Die »Demokratische Partei Kurdistan« hat niemals die Aussiedlung von in Kurdistan heimischen Arabern gefordert, sondern lediglich die Rückführung jener Araber in ihre Heimatorte, die durch die Regierung angesiedelt worden waren, um das Bevölkerungsgleichgewicht zugunsten des nichtkurdischen Elements zu beeinflussen. Die kurdische Führung und Mustafa Barsani haben eine Beteiligung der zu schaffenden autonomen Körperschaften an dem irakischen Gesamtbudget nach dem Anteil der Kurden an der Gesamtbevölkerung des Irak (etwa 30 Prozent) gefordert und niemals »einen Nationalstaat«, sondern lediglich eine Autonomie für die Gebiete mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit. Die Gesamtzahl der Kurden beträgt etwa 16 Millionen. Wir weisen auch den Terminus Stamm für unser Volk zurück, das im Nahen Osten auf eine mehr als 4000 jährige Geschichte zurückblicken kann.

Bonn TARIK AKRAWI Repräsentant

der Demokratischen Partei Kurdistan

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