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Briefe

Nur milde belächelt
aus DER SPIEGEL 14/1995

Nur milde belächelt

(Nr. 12/1995, Titel: Vor uns die Sintflut - Weltklima-Gipfel der Katastrophen)

Das Gebot der Stunde scheint denkbar einfach: Klimaforscher, die durch ihre Beschäftigung mit dem traurigen Thema mehr Pragmatismus bei Wirtschaft und Politik einfordern, sollten auf der Stelle inkompetente und höchstens am Finanzklima interessierte Politiker von ihren Posten ablösen. *UNTERSCHRIFT: Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) SEBASTIAN MAYBECHER

Wo sind sie eigentlich, die Politiker, die angetreten sind, um Schaden vom deutschen Volke abzuwenden? Weit und breit ist nur eine unheilvolle Allianz von Ignoranten, Schönrednern und Papiertigern auszumachen. *UNTERSCHRIFT: Alfter (Nrdrh.-Westf.) DIETER HÜSKEN

Vielleicht besteht die Chance, daß, bevor all die armen Versicherer wegen der Ausmaße der neuen Klimakatastrophe pleite gehen, von dieser Seite der Industrie massiver Druck ausgeübt wird, um noch das Schlimmste zu verhindern. Alle anderen Maßnahmen sind doch sowieso nur halbherzig und unter Anbetracht einer maximalen Gewinnausschüttung in Angriff genommen worden. *UNTERSCHRIFT: München MAGGIE BAITZ

Also für mich würde die globale Erwärmung bedeuten, daß mein nächstes Auto ein Cabrio wird. Wenn die Klimakatastrophe kommt, sollte man wenigstens die Vorteile nutzen. *UNTERSCHRIFT: San Mateo (USA) MARTIN STEIN

Eine starke Wirtschaftsnation wie Deutschland sollte es den anderen mal zeigen, daß man Umwelt- und Klimaschutz sehr wohl ohne gesamtwirtschaftliche Einbußen betreiben kann. Ideen dazu gibt es ja genug. Es muß nur einer erfolgreich den Leithammel spielen, dann laufen die anderen sehr schnell hinterher, weil die das dann auch haben wollen. *UNTERSCHRIFT: Saarlouis PETER POLLER

Als Christ bin ich nicht daran gehalten, an eine neue Sintflut zu glauben. Gott hat es Noah nämlich eigens versprochen - und durch den Regenbogen besiegelt. *UNTERSCHRIFT: München DR. KARL-PETER KLASEN

Ich habe bisher nach der Devise gelebt: Nach mir die Sintflut - und ich werde auch weiter so verfahren, man lebt nur einmal, daher verzichte ich auf nichts. Ich bin jetzt 60 Jahre alt geworden und lasse mir von keinem vorschreiben, wie ich zu leben habe. *UNTERSCHRIFT: Köln WALTER MARKS

Es ist eine Schande, mit welcher Sicherheit wir in der westlichen Welt glauben, die zu sein, die für einen hohen Lebensstandard auserkoren wurden. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, mit der restlichen Welt zu teilen, ob mit oder ohne Ozonloch. *UNTERSCHRIFT: Paderborn THOMAS DEMMING

Die Menschheit wird nicht ruhen, bis der letzte Baum gefällt ist. *UNTERSCHRIFT: Meerbusch (Nrdrh.-Westf.) C. RADEMACHER

Ihre Analyse verschweigt das Wesentliche und den Grund des Ganzen. Den Menschen oder wir, die das alles verursachen. Auch der Hinweis auf die Politiker, die nicht die geeigneten Maßnahmen ergreifen, verfängt nicht, denn die Politiker machen unsere Politik und führen aus, was wir wollen. *UNTERSCHRIFT: Bornheim (Rhld.-Pf.) P. RUFUS KELLER Dominikanerkloster St. Albert

Wenn man vor zehn Jahren als normaler Mensch seine Befürchtungen und Ängste zur Zukunft unserer Erde in ähnlicher Weise zum Ausdruck gebracht hätte, wie es heute Wissenschaftler aus allen Teilen der Welt tun, dann wäre man nur milde belächelt worden. Keiner wollte etwas davon wissen, keinen hat's interessiert. Nun ist denselben Leuten das Lächeln hoffentlich vergangen. *UNTERSCHRIFT: Gerlingen (Bad.-Württ.) RENATE ZANG

Die computergestützte Klimaforschung disqualifiziert sich ständig schon bei der kurzfristigen Wettervorhersage. Da schon ein Schmetterling unter bestimmten Voraussetzungen über Regen oder Sonne zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden kann, ist wohl die langfristige Prognose völlig irrwitzig. Die Bedeutung der Simulationen reduziert sich auf das Niveau der reinen Unterhaltung. *UNTERSCHRIFT: Köln GUIDO STEPKEN

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