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FINNLAND Öko-Sieg in Lappland?

aus DER SPIEGEL 29/2001

Einen inzwischen 30 Jahre währenden Streit um den Bau des Vuotos-Stausees im Norden des Landes klären soll das Oberste Verwaltungsgericht - und das Mammutprojekt, so hoffen die Gegner, endgültig kippen. Der künstliche See, der 237 Quadratkilometer in Lappland fluten würde, gehört zu den umstrittensten Projekten Finnlands. Der Konflikt reicht bis in die Regierung. Umweltschützer, EU-Kommission und auch die schwedischen Nachbarn kritisieren das gigantische Projekt vor allem wegen der Zerstörung seltener Sumpflandschaften sowie der Eingriffe in den Vogelschutz. Der Stromkonzern Kemijoki, zu 67 Prozent in Staatsbesitz, hält den Stausee dagegen für »wichtig zur Steuerung der Energieproduktion vor allem in Spitzenlastzeiten«. Die Alternative zur Wasserenergie wäre Öl, und das »belastet ja auch die Umwelt«. In seiner Einschätzung wird der Stromerzeuger auch von Industrie- und Handelsministerin Sinikka Mönkäre unterstützt. Die riet zur Anrufung des höchsten Gerichts, die in den nächsten Wochen erfolgen soll. Die ursprüngliche Baugenehmigung ist gerade erst vom Verwaltungsgericht in Vaasa wieder einkassiert worden - ein Triumph der Umweltschützer. Zum ersten Mal in Finnland hat damit ein höheres Gericht eine Wasserbaugenehmigung allein aus Öko-Gründen gekippt. Nun hofft auch das Umweltministerium auf Bestätigung.

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