Zur Ausgabe
Artikel 68 / 117
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

NORWEGEN Offene Grenzen

aus DER SPIEGEL 32/2001

Probleme bei der Sicherung des Landes gegen illegale Einwanderer bescheren der Regierung in Oslo einen Konflikt mit der EU. Obwohl es kein EU-Mitglied ist, war Norwegen im März gemeinsam mit seinen skandinavischen Nachbarn dem Schengen-Abkommen beigetreten, das den Bewohnern der nunmehr 15 Mitgliedstaaten unkontrollierten Grenzübertritt garantiert. Doch gleichzeitig verpflichtete sich die Regierung, die Außengrenzen des Schengener Raums besonders zu schützen - bislang ohne Erfolg, wie sich nun zeigt. So können illegale Zuwanderer die knapp 200 Kilometer lange grüne Grenze zu Russland ohne Probleme überwinden. Für teures elektronisches Überwachungsgerät fehlen der Armee die Mittel. An Norwegens 2650 Kilometer langen Meeresküsten klaffen weite Lücken in der Radarüberwachung. Ganze sieben Patrouillenboote setzt die Küstenwache zur Kontrolle von rund 100 000 Schiffen ein, die jährlich in norwegische Hoheitsgewässer einlaufen. Selbst auf dem Flughafen in Oslo schlüpfen immer mehr Unbefugte durch das Kontrollnetz. Allein dort zählten die Behörden mehr als 500 illegale Zuwanderer seit dem Inkrafttreten des Schengen-Abkommens. Norwegen, so gesteht Grenztruppen-Kommandeur Einar Johnson, werde nicht in der Lage sein, die von der EU-Kontrollkommission gesetzte Frist zur Sicherung seiner Grenzen bis Ende 2002 einzuhalten.

Zur Ausgabe
Artikel 68 / 117
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.