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Äthiopien Offensive gegen Fundamentalisten

aus DER SPIEGEL 35/1996

Mit Panzern und Kampfhubschraubern geht die Armee Äthiopiens gegen islamische Fundamentalisten vor - auch jenseits der Landesgrenzen: Bei einer Blitzaktion überraschte sie Milizen des Ittihad el-islami in Südsomalia. Diese bewaffnete internationale Moslem-Gruppe betreibt dort Ausbildungszentren nahe den Grenzen zu Kenia und Äthiopien. Seit es in dem Land am Horn von Afrika keine Regierung und keine Armee mehr gibt, nutzen Islamisten Somalia als Aufmarschgebiet. Von hier soll die Region destabilisiert werden. Nach einem Bombenanschlag auf ein Hotel in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba schlug die Regierung unter Premier Meles Zenawi zurück: Während ihrer Militäraktion nahmen die äthiopischen Soldaten vorübergehend drei Städte ein; es soll mehrere hundert Tote auf beiden Seiten gegeben haben. »Wir werden das in Zukunft wieder machen«, erklärte das Außenministerium in Addis Abeba. Die Regierung Zenawi hat prominente Unterstützung: Die USA helfen Äthiopien, Uganda und Eritrea militärisch, seit im Juni 1995 in Addis Abeba moslemische Attentäter einen Anschlag auf den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak verübten.

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