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RUSSLAND Offensive im Eis

aus DER SPIEGEL 45/2000

Politiker im Kreml möchten die Zone der russischen Hoheitsgewässer in der Arktis auf fast das Doppelte ausdehnen - von 200 auf 350 Meilen. Iwan Glumow, Vizeminister für Naturressourcen, hat einen entsprechenden Vorstoß bei der Uno angekündigt. Den Anspruch auf das Terrain begründet Moskau mit Untersuchungsergebnissen, die das Forschungsschiff »Akademik Fjodorow« geliefert hat. Resultat: Der Festlandsockel vor der Küste sei größer als bisher angenommen und stehe daher in weiten Teilen allein Russland zu. Viele Politiker fürchten indessen, dass andere an der Nutzung des Meeresbodens interessierte Staaten, vor allem die USA, sich den russischen Ansprüchen widersetzen werden. Gestritten wird besonders um Energiereserven. Unter dem Meeresgrund vermuten Forscher 4,9 Billionen Kubikmeter Kohlenwasserstoffe. Bereits die Sowjetunion, deren Traditionen in Moskau wieder hoch im Kurs stehen, betrachtete das nördliche Eismeer de facto als ihren Machtbereich.

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